In Vestmannasund auf den Färöer Inseln steht ein Gezeitenkraftwerk, dessen Unterwasservorrichtung an einen Drachen erinnert. Fotocredit: © Minesto
In Vestmannasund auf den Färöer Inseln steht ein Gezeitenkraftwerk, dessen Unterwasservorrichtung an einen Drachen erinnert. Fotocredit: © Minesto
Auf den Färöer Inseln sorgt seit einiger Zeit eine Art Unterwasser-Drache für die Produktion von nachhaltigem Strom. Das Projekt rund um das Gezeitenkraftwerk von Minesto wurde nun um zwei Jahre verlängert.

Es ist ein bisschen, als würde man einen riesigen Drachen steigen lassen. Nur eben nicht in der Luft, sondern unter Wasser. Das ist das – deutlich vereinfacht ausgedrückte – Prinzip, auf dem die vom schwedischen Unternehmen Minesto entwickelte Deep-Green-Technologie basiert. Minesto ist einer der führenden Entwickler von Technologien im Bereich der Nutzung von Energie aus den Meeren. Genauer gesagt, von Energie aus Gezeitenströmen. Deep Green ist laut Angaben des Herstellers das einzige geprüfte Meereskraftwerk, das auch in Gebieten mit geringen Gezeiten- und Meeresströmungen kosteneffizient arbeitet.

Gezeitenkraftwerk nutzt berechenbare Strömung des Meeres

Das gelbe, einem Drachen ähnliche System, hat eine Spannweite von bis zu sechs Metern. Befestigt ist es am Grund des Ozeans in Vestmannasund auf den Färöer Inseln und bewegt sich dort in einer Tiefe, in der es Schiffe nicht beeinträchtigt. Durch die Gezeitenströmung, die jeden Tag zwei Mal vorhersehbar und berechenbar die Richtung ändert, bewegt sich das Objekt in Form einer Acht um sich selbst. Das erzeugt eine zusätzliche Strömung. Diese treibt die Turbine unter der Tragfläche an, wodurch der Strom gewonnen wird. Über das Kabel des Unter-Wasser-Drachens wird dieser Strom dann ins Netz eingespeist. Nach einer Testphase wurde das Projekt, das von Minesto selbst, dem färöischen Energieversorger SEV, sowie durch öffentliche Förderungen finanziert wurde, analysiert. Das Ergebnis: Der aktuelle 200-kW-Standort könnte für eine kommerzielle 4-MW-Anlage geeignet sein!

Vertrag mit färöischen Energieversorger um zwei Jahre verlängert 

Kürzlich hat Minesto bekannt gegeben, dass der Stromabnahmevertrag mit SEV um weitere zwei Jahre für den Standort verlängert wurde: „Für uns ist es von großer Bedeutung, dass unsere Zusammenarbeit mit SEV verlängert und erweitert wird. Wir haben eine gegenseitige Verpflichtung, den laufenden Betrieb in Vestmannasund fortzusetzen und die Gezeitenenergie in größerem Maße in den Netzmix der Färöer Inseln einzubringen“, sagte dazu der Minesto-CEO Dr. Martin Edlund. Nach eigenen Angaben hat es sich das Technologieunternehmen zur Aufgabe gemacht, den globalen CO2-Fußabdruck der Energieindustrie zu minimieren, indem die Stromerzeugung aus dem Meer vorangetrieben wird. „Diese Vertragsverlängerung ist damit ein starkes Signal der Unterstützung von SEV in eben jener Mission.“

Quellen: windkraft-journal.de, polarkreisportal.de, energie-und-management.de/ Fotocredit: © Minesto  


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