Solarstrom soll über ein Seekabel am Meeresboden von Australien nach Singapur fließen.

Die Welt erhält genug Energie von der Sonne, um den Energiebedarf der Menschheit um ein Vielfaches zu decken, aber die besten Orte, um dieses Licht zu ernten, und die Orte, an denen es benötigt wird, sind oft nicht dieselben. Der alte Traum, Strom aus den Wüsten in Tausende von Kilometern entfernte Städte zu übertragen, könnte allerdings realisiert werden. Das Projekt, ein Seekabel von Australien nach Singapur zu verlegen und hat gerade Unterstützung von der indonesischen Regierung erhalten, durch deren Gewässer das Kabel verlaufen würde.

Als zweitdichteste unabhängige Nation der Erde ist Singapur besonders schlecht geeignet, um seine eigene Energie zu erzeugen. Derzeit kommt sich der Strom weitgehend aus fossilen Gaskraftwerken. Da so viele der Wohnbauten und Büros der Insel Wolkenkratzer sind, konnte die Solarenergie auf den Dächern nur einen kleinen Bruchteil der darunter liegenden Gebäude mit Strom versorgen. Deswegen ist man irgendwann auf die Idee gekommen, riesige Solarparks in anderen Ländern zu bauen und den Strom dann nach Singapur zu liefern.

Ursprünglich war eine 10-Gigawatt-Anlage in der Nähe von Elliot, einem der sonnigsten Orte der Erde, angedacht. Nun will man einen 17-20 GW-Giganten bauen. Zum Vergleich: Bis 2008 gab es überhaupt nur maximal 14 GW Solarenergie. Wenn das Projekt voranschreitet, werden Stromleitungen den produzierten Strom zuerst 800 Kilometer weit nach Darwin transportieren, wo ein kleiner Teil für die Stromversorgung der Stadt verwendet wird. Der Rest wird dann über ein Hochspannungs-Gleichstromkabel geleitet, das sich zwischen den indonesischen Inseln bis nach Singapur windet. Während der sonnigsten Zeit des Tages wird ein Teil des Stroms zum Laden eines 36-42 GWh-Akku (30-mal größer als der aktuelle Weltrekord) verwendet, um die Empfängerstädte bis weit in den Abend mit Strom zu versorgen.

Singapur arbeitet zudem noch an weiteren Ausbauplänen. In Anbetracht des Landmangels wurden bereits schwimmende Solaranlagen auf lokalen Stauseen gebaut. Allerdings sind diese zu klein, um auch nur 1 Prozent des Bedarfs der Stadt zu decken. Das Duriankang-Reservoir auf der indonesischen Insel Batam ist viel größer, was zu dem Vorschlag führte, dort einen schwimmenden 2,2-GW-Solarpark zu bauen, wobei der Strom vergleichsweise bescheidene 50 Kilometer nach Singapur geschickt wird.


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Bild: Sun Cable