Die Inselgruppe könnte ihre Energieversorgung schon in wenigen Jahren vollständig aus regenerativen Quellen decken.

Bereits im Jahr 2015 beschloss man auf der autonomen Inselgruppe, dass ab 2030 alle Energie für Strom-, Wärme- und Treibstoffversorgung aus regenerativen Quellen kommen soll. Das lokale Energieunternehmen SEV will diese Energiewende mittels Wind- und Wasserkraft, Wärmepumpen, Elektromobilität sowie Stromspeichern schaffen. Doch momentan sind noch Dieselkraftwerke in Betrieb und liefern zwischen 40 und 50 Prozent des Stroms der auf den Färöer benötigt wird. Rund 40 Prozent werden mittels Wasserkraft gedeckt, Windkraft kommt bisher nur auf 50 Gigawattstunden, das bedeutet einen Anteil von deutlich unter 20 Prozent.

Letzten September ging ein neuer Windpark ans Netz und dies könnte den Windstromanteil auf etwa 80 GWh erhöhen. Insgesamt schreitet der Ausbau der Windkraft momentan aber zu langsam voran, was am Widerstand der Bevölkerung liegt, aktuell sind zwei bereits geplante Projekte in Gefahr. Deshalb plant SEV nun einen anderen Weg zu beschreiten und Windparks vor der Küste anstatt an Land zu bauen. Bis Ende 2025 sollen zwölf Offshore Turbinen mit einer Kapazität von insgesamt 96 bis 120 MW an der Ostseite der Inseln in Betrieb gehen. Laut Berechnungen von SEV könnte diese Anlage bis zu 520 GWh Energie liefern.

Bisher liegt der Strombedarf der Inselgruppe bei rund 400 GWh, doch bis 2030 wird sich der Bedarf auf bis zu 700 GWh erhöhen. Ab dann sollen nämlich alle Fahrzeuge zu Land und zu Wasser elektrisch betrieben werden oder mit grünem Wasserstoff betankt werden. Dieser grüne Wasserstoff soll mit der Überschussenergie aus den Windkraftparks erzeugt werden. Außerdem sollen Wärmepumpen die mittels Wind- oder Wasserkraft betrieben werden alle Ölheizungen ersetzen. Mit den neu geplanten Offshore Windrädern könnte es gelingen, diesen Bedarf zu decken. Da diese Anlagen aber in Küstennähe gebaut werden sollen, um die Kosten niedrig zu halten, könnte sich auch hier bald Widerstand in der Bevölkerung breitmachen. Baut man so weit im Meer, dass sich die Anwohner nicht an der Veränderung des Landschaftsbildes stören, wird es viel teurer. Ob sich die Färöische Energiewende kosteneffizient durchführen lässt, hängt also davon ab ob es SEV gelingt bei der Bevölkerung Akzeptanz für küstennahe Offshore Windparks zu schaffen.


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