Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und laue Abende laden geradezu dazu ein, gemeinsam mit Freunden und Freundinnen den Grill einzuweihen. Beim Stichwort „Grillen und Umwelt“ wird schnell an…

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und laue Abende laden geradezu dazu ein, gemeinsam mit Freunden und Freundinnen den Grill einzuweihen.

Beim Stichwort „Grillen und Umwelt“ wird schnell an biologisches Grillgut gedacht, an Biofleisch und regionales Gemüse, aber eigentlich sollte der Vorgang an sich genauso unter die Lupe genommen werden. Was ist mit dem Klimaschutz? Ist Grillen überhaupt umweltfreundlich?

Gas oder Feuer

Im Park wie auch zu Hause – Holzkohle ist eines der beliebtesten Materialien für die richtige Glut, über der dann Würstel und Fleisch schön langsam brutzeln. Holzkohle sei CO2-neutral, heißt es, da sie als Energieträgerin aus Biomasse noch aktiv am Kohlenstoffkreislauf teilnehme und somit bei der Verbrennung kein zusätzliches CO2 entstehe. Der natürliche Verwesungs- und Zersetzungsvorgang werde ja lediglich beschleunigt. Flüssiggas hingegen sei ein Nebenprodukt der Erdölraffinierung und trüge mittel- und langfristig zur Erhöhung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre bei.

So weit die Gerüchte. Eric Johnson von der Schweizer Agentur Atlantic Consulting untersuchte diese These und kam zum umgekehrten Schluss: der fossile Brennstoff Kohle belastet die Umwelt rund drei Mal mehr als Flüssiggas.

Flüssiggas erhitzt effizienter

Holzkohle wird durch das Erhitzen von Holz in Brennöfen produziert, wobei das luftgetrocknete Holz unter Luftabschluss auf 275 Grad erhitzt wird. Die Ergiebigkeit liegt dabei lediglich bei 20 bis 35 Prozent – der Rest landet in Form von Gas in der Atmosphäre. Flüssiggas hingegen wird per Kühlung und Kompression verflüssigt, was eine Ausbeute von rund 90 Prozent bedeutet. Zudem kann der Verbrennungsprozess durch An- und Abschalten genau geregelt werden, was bei Holzkohle nicht möglich ist.

Ein eindeutiges Ja zum Gasgrill also, was eingefleischte Grillmeister der alten Schule wohl die Nase rümpfen lässt. Als kleines Plus gilt vielleicht die kürzere Wartezeit auf das schmackhafte Essen sowie das Wegfallen des lästigen und ungesunden Rauchs, der sich tagelang am Körper hält. Und sowieso sei darauf verwiesen, dass stabile und hochwertige Grills den Müll produzierenden Einwegangeboten aus ökologischer Sicht klar vorzuziehen sind.

Feuer ist nicht gleich Feuer

Muss es unbedingt Feuer sein? Und wenn: Gibt es auch hier Möglichkeiten, auf umweltfreundliche Varianten umzusteigen?

Bevorzugt sollten Materialien mit geringer Rauchentwicklung wie Holzkohle, Holzbriketts oder trockenes, harzarmes Holz verwendet werden. Papier, Altholz und Tannenzapfen hingegen rauchen stark, heizen wenig und sind deshalb nicht empfehlenswert.

Zudem sollte das Material aus regionaler, nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen, was man an der Produktbeschreibung sowie am FSC-Siegel auf der Packung erkennen kann. Auch das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) ist wichtig, da so gewährleistet wird, dass kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoff zur Herstellung der Kohle verwendet wurde. Grillt man in Wien, wird bei Reservierung eines Grillplatzes im Donauinselbereich sogar von der MA 49 termingerecht entsprechendes Holz direkt vorort angeliefert.

Anzündhilfen wie Brandbeschleuniger oder Grillanzünder sind tabu, da diese oft chemische bzw. synthetische Stoffe enthalten, die schädlich für Umwelt wie Gesundheit sind. Genauso gute Resultate liefern ökologisch verträglichere Alternativen wie Holzwolle, Holzspäne und Pressholz mit Öl oder Wachs.

Ganz ohne Feuer – beim Elektrogrill – geht die typische Grillatmosphäre verloren, klagen Grillspezialisten. Der archaische Umgang mit dem Feuer und Stahl fehlt. Tatsächlich: Der Elektrogrill bringt auch in der leidenschaftslosen Betrachtung sowohl Vor- als auch Nachteile. Giftige Gase entstehen beim Grillen aus der Steckdose keine. Schneller ist er auch. Dafür heizt der Elektrogrill gleichmäßig die ganze Fläche, unabhängig davon, wie viel Grillgut da ist – Heizenergie entweicht also ungenutzt. Die einfache Handhabung verführt dabei noch dazu, den Elektrogrill einfach weiterlaufen zu lassen, wenn absehbar ist, dass bald wieder weitergegrillt wird. Beim Grillen mit Feuer grillt man von vornherein effizienter.

Tipps vom Grillmeister: Energie sparen beim Grillen!

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Noch ein Tipp: Direktes und indirektes Grillen!

3 Kommentare

  1. Grillsaison ist eröffnet 🙂 Kugelgriller mag schneller sein, doch der typische Geruch und Geschmack kommt erst beim Grillen auf dem Holzkohlegrill!

    Hat jemand noch tipps zum verfeinern der Kohle?

  2. Ich bin heuer auch auf Kugelgriller umgestiegen und das Fleisch wird wirklich saftiger.
    Einen kleinen Nachteil hat das ganze leider schon; man kann dem Fleisch bzw Gmüse nicht beim bruzzeln zuschauen.

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