Für den Klimawandel mitverantwortlich sind viele Großbanken, da sie Unternehmen und Projekte im Bereich fossiler Energien finanzieren.

Ende März hat das deutsch Handelsblatt einen Artikel veröffentlicht, in dem es die Ergebnisse einer Studie, welche von Rainforest Action Network, BankTrack, Sierra Club, Oil Change International, Indigenous Environmental Network und Honor the Earth durchgeführt wurde. Die Studie hat sich angesehen, wie große internationale Banken durch die Finanzierung fossiler Energien einen Anteil an der Klimaerwärmung haben.

Obwohl die meisten Banken in Statuten und Geschäftsberichten die eigene Nachhaltigkeitsarbeit gerne ins Scheinwerferlicht rücken, wird die Förderung fossiler Energieträger weiterhin finanziert. Seit 2015 in Paris der Klimavertrag ausgefertigt wurde, haben die Banken etwa 1,9 Billionen Dollar in den Bereich fossile Energie gesteckt, rund 600 Milliarden flossen Unternehmen, die sich mit dem Ausbau fossiler Energie beschäftigen, zu.

Auf dem unrühmlichen ersten Platz der Finanziers fossiler Energien landet laut der Studie JP Morgan Chase und das noch dazu mit großem Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Wells Fargo. JP Morgen soll zwischen 2016 und 2018 ganze 196 Milliarden Dollar im Bereich fossiler Energien investiert haben und ist zudem der größte Geldgeber für Öl- und Gasprojekte in der Arktis. Die Nummer 2 Wells Fargo soll ‚nur‘ ein drittel soviel in den Bereich investiert haben wie der Erstplatzierte. Auch auf Platz Drei und Vier folgen US-amerikanische Bankenhäuser, nämlich Citigroup und Bank of America. Mit Morgan Stanley und Goldman Sachs auf Platz Elf und Zwölf finden sich insgesamt sechs US‑Banken unter den Top 30 Umweltsünderbanken. Gemeinsam sind diese Häuser für rund 37 Prozent der globalen Finanzierung im Bereich fossiler Energieträger verantwortlich.

Doch nicht nur amerikanische Geldinstitute finden sich in der Liste der Umweltsünder wieder, auch europäische Institute finanzieren Unternehmen aus dem Bereich fossiler Brennstoffe. Die Deutsche Bank belegt Platz 17 und liegt somit im Mittelfeld. Die Investitionen der Deutschen Bank in den Sektor waren in den letzten zwei Jahren insgesamt zwar rückläufig, aber im Kohlebergbau sind sie laut Studie gestiegen. Das Unternehmen selbst kommentiert, dass man seine Richtlinien in den letzten Jahren angepasst hätte und keine neuen Verpflichtungen im Bereich des Kohleabbaus mehr einginge. An aller erste Stelle, wenn es um die Finanzierung des Kohlebergbaus geht stehen vier große chinesische Bankenhäuser. Auch wenn keines davon in der Gesamtwertung vor dem 16 Platz liegt, haben sie doch ein gemeinsames Finanzvolumen von 168 Milliarden Dollar im Bereich fossiler Energieträger. Diese vier Banken sind die Bank of China auf Platz 16, ICBC auf Rang 19, dicht gefolgt von China Construction Bank auf 20 und Agricultural Bank of China auf dem siebenundzwanzigsten Platz.

Die Organisationen die für die Studie verantwortlich zeichnen, erwarten sich von den Banken, dass diese in Zukunft mehr Verantwortung für Umwelt und Klima übernehmen. Diese Banken haben große Macht, wenn es darum geht, Emissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2050 zu eliminieren.


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