Es wird Zeit das Hochbeet zu bepflanzen! Was es dabei zu beachten gibt – alles über Stark- und Schwachzehrer, Fruchtfolgen und vieles mehr

Die Gartensaison hat schon begonnen und spätestens jetzt solltet ihr die Bepflanzung eures Hochbeets planen! Dabei ist einiges zu beachten, zum Beispiel, welche Pflanzen sich mit welchen Nachbarn vertragen, wann was angebaut wird und welche Pflanzen Stark- bzw. Schwachzehrer sind. Alle Antworten darauf und die besten Tipps und Tricks habe ich heute mitgebracht.

Erste Überlegungen

Ich könnte hier nun direkt mit Fruchtfolgen, guten und schlechten Nachbarn oder Star- und Schwachzehrern beginnen, doch ich möchte noch einen Schritt weiter zurück gehen. Anfangs habe ich oft den Fehler gemacht irgendwas zu pflanzen, weil es gerade gut als Nachbar gepasst hat, ich eine Pflanze bekommen habe oder „man das halt in ein Hochbeet pflanzt“. Das Problem war dann, dass wir das jeweilige Gemüse manchmal gar nicht so gern gegessen haben und wir wenig Freude daran hatten.

Daher: überlegt euch in einem ersten Schritt, welche Gemüsesorten ihr gerne und regelmäßig esst! Daraus ergeben sich dann gleich einige Ideen für Pflanzen, mit denen ihr das Hochbeet bepflanzen könnt. In einem nächsten Schritt geht es nun darum, welche davon nebeneinander gepflanzt werden dürfen, wie viel Platz sie brauchen und wie alt euer Hochbeet ist.

Fotocredit: Markus Spiske auf Unsplash

Fruchtfolge und gute und schlechte Nachbarn

Als erstes sehen wir uns an, wie alt die Erde in eurem Hochbeet ist. Im ersten Jahr steckt das Hochbeet noch voller Kraft und Energie und somit könnt ihr sogenannte Starkzehrer anpflanzen. Das sind Pflanzen, die für ihr Wachstum und die Ausbildung von Früchten sehr viele Nährstoffe brauchen. Sie laugen den Boden damit sehr aus und werden deshalb nur alle drei Jahre gepflanzt. Im zweiten Jahr kommen Mittelzehrer an die Reihe und im dritten Jahr sollten eher Schwachzehrer gesetzt werden. Im vierten Jahr solltet ihr im Idealfall euer Hochbeet zur Ruhe kommen lassen und nur Gründünger anbauen. 

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Bevor ich zur Einteilung in die unterschiedlichen Kategorien komme möchte ich sagen, dass diese nicht immer eindeutig ist. Manche Pflanzen werden in unterschiedlichen Quellen jeweils anderen Kategorien zugeordnet, Spinat variiert beispielsweise sogar von Schwach- bis Starkzehrer. Meist liegt das daran, dass der Nährstoffbedarf sortenabhängig ist. Am besten fragt ihr im Fachhandel beim Kauf der Samen oder Jungpflanzen, wie viele Nährstoffe euer Gemüse braucht. 

Zu den Starkzehrern zählen viele beliebte Gemüsepflanzen wie Tomaten, Karfiol (Blumenkohl), Brokkoli oder andere Kohlsorten, Mangold, Radieschen, Kresse, Zucchini, Kartoffeln, Karotten und Gurken. Sie brauchen besonders viele Nährstoffe und sofern das Hochbeet nicht geschichtet ist, solltet ihr die Pflanzen düngen. Außerdem benötigen die starkzehrenden Pflanzen viel Wasser (besonders Tomaten und Kürbisse). 

Einen mittleren Nährstoffbedarf haben unter anderem Zwiebel, Lauch, Bohnen und Petersilie. Diese können im ersten und dritten Jahr den Stark- und Schwachzehrern ohne weiteres beigemischt werden. 

Die Schwachzehrer haben einen geringen Nährstoffbedarf und dazu zählen Bohnen, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Kresse, Salate und diverse Sommerblumen (z.B. Ringelblumen). Auch Kräuter sind nicht besonders nährstoffhungrig. In einem reinen Kräuterhochbeet ist auf mageren und durchlässigen Boden zu achten. Das Beet sollte im vollen Sonnenschein stehen.

Gründüngung

Zur Gründüngung dienen beispielsweise Buchweizen, Senf oder die Gelbe Lupine. Um nicht ein ganzes Jahr zu verlieren könnt ihr die Gründüngung auch im Herbst durchführen. Lupinen, Klee, Winterroggen und Senf zum Beispiel wachsen auch bei niedrigen Temperaturen und können somit wunderbar im Herbst ausgesät werden. Vor der Blüte werden die Pflanzen gemäht oder manuell zerkleinert und auf dem Hochbeet liegen gelassen. So verrotten sie dort und versorgen das Hochbeet mit Nährstoffen.

Auf gute Nachbarschaft

In der Natur gibt es keine Monokultur – auf Wiesen zum Beispiel wachsen die Blumen alle bunt neben- und miteinander. Dabei können einzelne Arten unter möglichst guten Voraussetzungen gemeinsam gedeihen. Das Wissen darüber, welche Pflanzen gut miteinander harmonisieren und welche sich hingegen nur beim Wachstum behindern, wurde über Jahrhunderte angesammelt. Im naturnahen Gartenbau versuchen wir dieses Wissen so gut wie möglich einzusetzen und beim Hochbeet bepflanzen darauf Rücksicht zu nehmen. 

Ich habe versucht einen guten Überblick über gute und schlechte Nachbarn zu finden und diese hier ist besonders umfangreich:

Quelle: https://www.gartenzauber.com/mischkultur-auf-gute-nachbarschaft/

Guten Gelingen mit dem Hochbeet

Ihr seht also, es gibt einiges zu beachten! Lasst euch von der Fülle an Informationen nicht die Motivation nehmen. Manches lernt man über die Jahre und ein kleiner „Fehler“ ruiniert im Einzelfall auch nicht die gesamte Ernte. Und selbst wenn: so etwas merkt ihr euch dann mit Sicherheit. Es gibt übrigens online eine Menge kostenloser Pflanzpläne, wenn ihr euch also nicht sicher seid könnt ihr immer auf einen solchen zurück greifen. Damit wünsche ich euch viel Erfolg beim Garteln!

Quellen:
Gartenjournal, Sara Müller, „Hochbeet bepflanzen: so planen Sie richtig
BioGreen, „Hochbeet bepflanzen
Gartenzauber, „Mischkultur – auf gute Nachbarschaft
Gartenjournal, Ines Jachomowski, „Was passt zusammen? Gute Nachbarn im Gemüsebeet.