Eine künstliche Insel hat man bereits, jetzt plant man einen Berg.

Berge sind für die Entstehung von Regen wichtig, denn warme, feuchte Luft steigt an ihnen auf, wodurch Wolken entstehen und es schließlich zu Niederschlag kommt. Was macht man also, wenn es keine Berge gibt? Man baut einen, das haben sich zumindest die Vereinigten Arabischen Emirate überlegt. Niederschlag gibt es dort nämlich nur sehr selten, genau wie überall anders, würde er aber dringend benötigt. Im Durchschnitt haben die Emirate eine Niederschlagsmenge von kaum 120 Millimetern pro Jahr, während das Thermometer regelmäßig auf über 40 Grad steigt.

Ein Forscherteam um Roelof Bruintjes vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder im US-Bundestaat Colorado arbeitet bereits an einem Konzept. Damit es wirklich zum gewünschten Niederschlag kommt, muss der Berg eine gewisse Höhe haben, doch man kann auch mit sogenanntem Cloud-Seeding nachhelfen. Cloud-Seeding bedeutet, dass Chemikalien die Feuchtigkeitspartikel an sich binden in die Wolken gespritzt werden, wodurch sich wiederum Tropfen bilden und es zu regnen beginnt.

Im NCAR untersucht man zur Zeit wie sich die Form des Berges auf das Wetter auswirkt und Arbeitet an einem Modell, um testen zu können, wie hoch der Berg sein sollte und wie er geformt sein muss, um das gewünschte Wetterresultat zu erzielen. Erste Forschungsergebnisse sollen bereits dieses Jahr vorliegen, Angaben zu den Kosten eines solchen Bauprojektes sind bisher keine bekannt. Ebenfalls ungeklärt ist, wie viel Niederschlag die Emirate auf diese Weise generieren könnten und was die langfristigen Auswirkungen des Projekts auf das regionale Klima wären. Erst wenn man genügend Daten dazu hat, will man beurteilen ob das Projekt auch in die Tat umgesetzt wird. Es bleibt also abzuwarten, ob die Vereinigten Arabischen Emirate nach den bereits gebauten Palmen Inseln ein weiteres großes Landschaftsbauprojekt in Angriff nehmen.

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Bild: Pexels

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