„The Great Bubble Barrier“ reinigt Amsterdams Grachten.

Zu viel Abfall landet im Wasser. Das Leben von Tieren und Menschen wird dadurch geschädigt. Junge Erfinder haben sich nun dieses Problems angenommen. Mit dem Projekt „The Great Bubble Barrier“, der großen Blasen-Barriere, sollen in Amsterdam die Grachten gereinigt werden.

Drei Niederländerinnen und ein Deutscher haben die „Great Bubble Barrier“ entwickelt. Mit Luftblasen soll Plastik, das in Kanälen oder Flüssen treibt, gestoppt werden, bevor es in die Meere gelangt. Dabei wird ein Schlauch auf den Grund des Flusses oder, wie in Amsterdam, auf den Boden der Gracht gelegt. In engen Abständen hat der Schlauch viele kleine Löcher. Wird Luft durch den Schlauch gepumpt steigen Luftblasen auf und erzeugen eine Art Barriere unter Wasser.  Weil der Schlauch diagonal im Kanal liegt, ergänzen die Luftbläschen den natürlichen Strom des Wassers. Die erzeugte Strömung wirbelt das Plastik auf und treibt es an die Oberfläche einer Uferkante. Dort ist ein Korb angebracht, in dem sich das Treibgut sammelt. Dort kann es von der Müllabfuhr abgeholt und sortiert werden.

Vor dem Einsatz in Amsterdams zentral gelegener Prinsengracht, hat das System 86% des Plastiks in einem Fluss herausfiltern können. Besonders nützlich erweist sich die Innovation bei kleinen Plastikteilen, die von herkömmlichen Filtersystemen nicht erfasst werden. Im November 2019 begann die Stadt Amsterdam mit der Installation der Unterwasser-Barrieren. Drei Jahre wird getestet und bei Erfolg auch in anderen Grachten eingesetzt.

Der Schiffsverkehr wird durch die Anlage nicht behindert. Auch Tiere im Wasser werden nicht eingeschränkt; Fische können die Barriere ungehindert passieren. Zusätzlich belüftet das System das Wasser, erhöht den Sauerstoffgehalt und verbessert die Gesundheit des Ökosystems. Mit diesen Aspekten erfüllt die Great Bubble Barrier für Amsterdam drei wichtige Bedingungen: Sie behindert weder den Schiffsverkehr, noch die Fischbewegung und auch nicht das natürliche Funktionieren des Deltas.

The Great Bubble Barrier arbeitet mit einer gemeinnützigen Organisation, der „Plastic Soup Foundation“, zusammen, die jedes gesammelte Stück Plastik zählt und die Marken auf den Verpackungen notiert. Die Daten werden öffentlich zugänglich sein. Mit diesen Daten soll das Wissen verbessert werden, wie viel Plastik tatsächlich in den Flüssen und in den Ozeanen landet. Zudem wird ermittelt, welche Arten von Müll am häufigsten auftauchen. So können möglicherweise neue Richtlinien entworfen werden, um das Problem zu stoppen.


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Bild: thegreatbubblebarrier.com