Mit dem Frühling beginnt die Gartensaison. Wo sonst gibt es unendlich viele Möglichkeiten zum Klima- und Artenschutz, wenn nicht in der Natur selbst. Im Folgenden gibt es ein paar kleine…

Mit dem Frühling beginnt die Gartensaison. Wo sonst gibt es unendlich viele Möglichkeiten zum Klima- und Artenschutz, wenn nicht in der Natur selbst. Im Folgenden gibt es ein paar kleine Tipps zur Inspiration.

Saatgut aus ökologischem Anbau

Wenn man sich daran macht, einen Garten zu bepflanzen, sollte man sich für Samen und junge Setzlinge aus ökologischem Anbau entscheiden. Diese wurden ohne den Einsatz von Schadstoffen gewonnen und schonen daher Boden und Trinkwasser. Gut wäre es, wenn man sich zudem für heimische Sorten entscheidet, die vom Aussterben bedroht sind. Das bietet auch gleich anderen heimischen Pflanzen- und Tierarten, die an diese Sorten perfekt angepasst sind, Lebensraum und Unterschlupf und ist somit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Bei der richtigen Wahl der Sorten kann der „Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen“ (www.vern.de) oder die Organisation „Save Our Seeds“ (www.saveourseeds.org) helfen.

Blumenerde sollte kein Torf enthalten

Sie findet Platz in unseren Beeten, Kübeln und Töpfen – im Frühjahr hat die Blumenerde Hochsaison. Was man in schweren Säcken im Baumarkt hinter sich her zerrt, besteht meist zu 90 Prozent aus Torf. Dieser ist zwar natürlich, aber nicht nachwachsend. Über Jahrtausende ist das Sediment seit der Eiszeit aus abgestorbenen Moorpflanzen entstanden. Torf ist eine endliche Ressource. Pro Jahr werden beim Torfabbau in Deutschland zwei Millionen Tonnen CO2 freigesetzt und zudem ganze Ökosysteme zerstört. Die deutschen Moorlandschaften sind mittlerweile zu 80 Prozent zerstört, ihre Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht. Einen Beitrag zum Erhalt dieser selten gewordenen Biotope leistet man durch den Verzicht auf torfhaltiger Blumenerde. Torffreie Varianten gibt es in jedem großen Baumarkt. Je mehr die Nachfrage steigt, desto größer wird auch das Sortiment.

Vom lästigen Unkraut zur beliebten Nutzpflanze

Was oft lieblos als „Unkraut“ bezeichnet und unter knarrenden Rücken herausgerupft wird, ist für die Natur eigentlich sehr nützlich. Denn auch Brennnessel, Löwenzahn, Schafgarbe oder Wegerich dienen Kleintieren als Lebensraum und sind wichtig für die Artenvielfalt. So manches Kraut ist sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und kann in direkter Nachbarschaft zu Gemüsepflanzen deren Wachstum fördern. Den Duft der Kräuter findet der ein oder andere Schädling weniger betörend und nimmt daher Reißaus, so dass man sich Pflanzenschutzmittel sparen kann. Einige „Unkräuter“ sind sogar lecker und nährstoffreich. So kann man Schnittlauch in den Salat schnippeln oder Brennnessel als Tee aufbrühen. Bevor man ihnen mit der Hacke an den Stengel rückt, sollte man sich darüber informieren, was da so ungeplant im Garten wächst und schon mal ein paar Wildkräuterrezepte bereit halten.

Grünes Rasenmähen

Sind die Rasenmäher erst mal freigelassen, verursacht ein benzinbetriebenes Modell laut Umweltbundesamt 200 mal mehr Kohlenwasserstoffe als ein Auto mit Katalysator. Durch einen Benzinmäher läuft in einer Stunde schon mal so viel Benzin wie durch ein Auto auf einer Strecke von 150 Kilometern. Einen Teil des Sommersmogs haben wir den geräuschvollen Halmabschneidern zu verdanken. Da lohnt es sich, auf Handbetrieb umzusteigen. Das hält nicht nur fit, sondern liefert nach Stiftung Warentest auch den saubersten Schnitt. Wem das Rasenstutzen mit Muskelkraft zu anstrengend ist, kann auf einen solarbetriebenen Rasenmäher umsteigen. Das ist umweltfreundlich und sorgt garantiert für Aufsehen auf der anderen Seite des Gartenzauns. Auf Elektromäher mit Akkus sollte man besser verzichten. Sie enthalten zu viele Giftstoffe.

Der Maulwurf ist kein Schädling

Einen Maulwurf als Schädling und Störenfried der Gartenzaunidylle anzusehen ist nur eine Frage der Perspektive. Der blinde Tunnelgräber kann nämlich durchaus nützlich sein: Er beseitigt für uns 30 Kilogramm an Pflanzenschädlingen im Jahr, ohne dabei die zahlreiche Population des nützlichen Regenwurms zu gefährden. Die Gänge unseres blinden Freundes sorgen für die Belüftung des Bodens und nutzen somit dem Pflanzenwachstum. Maulwurfshügel eignen sich durch ihren hohen Nährstoffgehalt für Beete und Blumentopf. Dass beim Graben auch mal einige Pflanzen umstürzen, muss man in Kauf nehmen, aber in einer guten Freundschaft kann man sich doch mal Fehler erlauben, oder? Wer mit dem putzigen, kleinen Blindgänger keine Freundschaft eingehen möchte, darf ihn auf gar keinen Fall töten. Dies ist sogar per Gesetz verboten, da der Maulwurf unter Naturschutz steht. Man muss ihn verscheuchen, und das entweder mit Ultraschallgeräten oder Duftstoffen wie Knoblauch, Jauche oder Zitrus-Ölen. Mehr Infos unter: www.maulwuerfe.info.

Schnecken schrecken

Sie sind langsam, aber gefräßig: Wer seinen Salat nicht mit Schnecken teilen möchte, sollte die Tierchen auf umweltfreundliche Art und Weise vertreiben. Chemische Keulen, wie Schneckenkorn, sollten nicht zum Einsatz kommen. Wer seinen Garten natürlich anlegt, mit Laubhaufen, Hecken und Wildblumen, lockt natürliche Fressfeinde der Weichtiere an, wie Vögel, Igel oder Frösche und leistet somit noch einen Beitrag zur Artenvielfalt. Schnecken mögen es feucht. Daher sollte man die Wege möglichst trocken halten, beispielsweise mit Kalk, Asche, oder Kaffee. Pflanzen wie Thymian, Salbei, Pfefferminze, Bohnenkraut oder Kamille halten die Kriechtiere vom Beet ab. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, auch unter Schnecken, muss man vermutlich erst verschiedene Varianten ausprobieren. Schneckenzäume sind ebenfalls effektiv. Man sollte nur nicht vergessen, die mutigen Kletterer einmal am Tag abzupflücken. Dann hat man den Salat ganz für sich allein.

Schmetterling werden immer seltener

Schmetterlinge sind schön, lebhaft und machen die Welt ein bisschen farbenfroher. Doch leider sind sie auch immer seltener. Weltweit sind 45 Prozent der bunten Falter bedroht, in Deutschland sind es bereits zwei Drittel der heimischen Arten. Immer seltener bekommt man sie zu Gesicht. Neben Umweltgiften und Klimawandel spielt dabei das Einschleppen exotischer Pflanzen eine Rolle, die zunehmend in Gärten und Grünanlagen vorkommen. Schmetterlingsraupen sind auf die heimischen Pflanzenarten spezialisiert und finden nicht mehr genügen Nahrund und Unterschlupf. Daher sollte man in seinem Garten Beete aus heimischen Wildpflanzen anlegen mit Kräutern wie Thymian, Melisse oder Brennnessel. Wenn wir dem Schmetterling ein zu Hause geben, sorgt auch er dafür, dass wir uns wieder zu Hause fühlen.

Alle Beiträge von Martina Liel

Bildnachweis Titel: ©  Rosel Eckstein/ Pixelio.de
Bildnachweis Torf: ©  Jan Freese/ Pixelio.de
Bildnachweis Maulwurf: ©  Dieter Haugk/ Pixelio.de

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