Sommer, Sonne, Sojaschnitzel – Ein Trio, das am testosteronlastigen Ende der Grillzange nicht gerade für Begeisterung sorgt. Echte Männer bevorzugen Fleisch; am besten ein Stück so groß wie ein Wagenrad…

Sommer, Sonne, Sojaschnitzel – Ein Trio, das am testosteronlastigen Ende der Grillzange nicht gerade für Begeisterung sorgt. Echte Männer bevorzugen Fleisch; am besten ein Stück so groß wie ein Wagenrad und ordentlich durchwachsen. Über Gemüsespieße und Seitanwürstchen können sie nur müde lächeln und ordnen sie einer angeblich weiblichen Grill-Insuffizienz zu, die am äußersten Rand des Grillrost mehr geduldet als beachtet wird. Doch so mancher Mann weiß nicht, welch gar nicht so männliche Substanz er mit Steak und Bauchlappen zu sich nimmt, mal ganz davon abgesehen, was die moderne Massentierzucht mit der Umwelt anrichtet. Eine gute Nachricht sei vorweg geschickt: Beim ökologischen Grillen muss man auf sein deftiges Stück Fleisch nicht verzichten.

Mit Bio-Fleisch der Größte sein

Ganz im Gegenteil: Mit einem Stück Bio-Fleisch kann man so richtig vor den anderen Jungs angeben. Denn im Gegensatz zu deren minderwertigem Fleisch aus dem Discounter – auch PSE-Fleisch genannt (pale, soft, exuditave = blass, weich, wässrig), behält die Bio-Variante seine Größe. Stressbedingte Stoffwechselvorgänge in der konventionellen Massenzucht durch Platz- und Tageslichtmangel sorgen dafür, dass das Fleisch am Ende weniger Substanz hat. Wassereinlagerungen führen auf dem Grill zum Schrumpfeffekt. Dass es geschmackliche Unterschiede gibt, kann man sich denken.

Tiere aus ökologischer Zucht sind weniger Stress ausgesetzt. Sie dürfen am Tag raus auf die frische Wiese und haben im Stall ausreichen Platz und frisches Einstreu. Weniger Stress, weniger Wassereinlagerungen, weniger Schrumpfeffekt – und so behält man mit Bio-Fleisch das größte Steak unter den Schwenkern. Zudem sorgt der höhere Grünfutteranteil für einen höheren Anteil an wertvollen Omega-3-Fettsäuren und Nährstoffen wie Eisen, Vitamin B und Zink. Schon gewusst, dass Zink die Testostertonproduktion ankurbelt…?

Weibliche Hormone in Grillfleisch und Plastikgeschirr

Bio-Fleisch stammt von Tieren aus ökologischer Tierhaltung. Diese bekommen Futter aus ökologischem Anbau. Hier wird auf Pestizide und synthetische Dünger verzichtet. Diese reichern sich sonst im Fettgewebe der Tiere an und wirken im Körper wie weibliche Hormone. Über der stolz entzündeten Grillkohle gewendet und schließlich verzehrt, verlieren sie auch im menschlichen Körper ihre östrogenartige Wirkung nicht. Stoffe ähnlich den weiblichen Hormonen stecken auch in Weichmachern, die dem Plastik mehr Flexibilität verleihen. So hat es nicht nur Umweltvorteile, wenn man auf Wegwerfgeschirr verzichtet.

Natürlich sind die Konzentrationen der hormonartigen Stoffe im Fleisch so gering, dass sie allein genommen noch keinen Schaden anrichten können. Doch kennt man mittlerweile über 200 Chemikalien, die hormonell wirksam sind. Besonders problematisch sind sie, da sie nur schwer abbaubar sind und sich im Körper anreichern. Was die Summe der hormonell wirksamen Substanzen in uns anrichten, ist noch nicht ausreichend erforscht. Zusammenhänge mit erhöhten Hodenkrebs- und Unfruchtbarkeitsraten liegen im Bereich der Vermutungen. Doch sollte man diesen Stoffen vorbeugend da aus dem Weg gehen, wo es möglich ist.

Schadstoffe beim Grillen vermeiden

Nachhaltiges Grillen beginnt übrigens schon bei der Kohle: Hier kann man auf das FSC-Siegel achten, das Holzprodukte auszeichnet, die sozial- und ökokorrekt hergestellt wurden. Das DIN-Prüfzeichen zeigt an, dass kein Pech, Erdöl oder Kunststoff beigemischt wurde. Chemischen Grillanzünder und behandeltes Papier sollte man besser vermeiden, denn sie setzen beim Verbrennen krebserregende Stoffe frei. Besser verwendet man unbehandeltes Holz oder Reisig. Damit Fett nicht in die Glut tropft, greift man anstatt zur Alufolie lieber zu dünnen Schieferplatten, Speckstein oder wickelt das Grillgut in Kohlblättern ein. Das sieht dann auch gleich schöner aus, und das Auge isst ja bekanntlich mit. Guten Appetit!

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Bild: CC0 1.0/pixabay.com

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