Das Kraftwerk Kaprun ist mehr als ein reines Wasserkraftwerk. Es steht symbolisch für den Wiederaufbau Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Wasserkraftwerken in…

Das Kraftwerk Kaprun ist mehr als ein reines Wasserkraftwerk. Es steht symbolisch für den Wiederaufbau Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Wasserkraftwerken in den Hohen Tauern im Bundesland Salzburg. Die Werke sind seit dem Jahr 1955 in Betrieb und – so wie vor sechzig Jahren – ein entscheidender Bestandteil der Reservehaltung im Österreichischen sowie Europäischen Verbundnetz.

Pläne für das Kraftwerk in Kaprun existierten seit den 1920er Jahren. Der Bau begann 1938 für Propagandazwecke unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich. Die Tauernkraftwerke galten als eines der wichtigsten Projekte der ostmärkischen Elektrizitätswirtschaft  und wurden zum „bevorzugten Wasserbau“ erklärt. Das Baugeschehen unterlag allerdings erheblichen Verzögerungen durch Material- und Treibstoffmangel, den kriegsbedingten Abzug von fachlich erfahrenen Arbeitskräften und den besonders schwierigen Bedingungen einer Hochgebirgsbaustelle.

Von 1939 bis 1945 waren rund 6.300 Zwangsarbeiter (davon teilweise bis zu 4.000 zur gleichen Zeit) am Bau beschäftigt, man geht von mindestens 83 Todesfällen zwischen Baubeginn und Kriegsende aus. Das Projekt konnte nicht fertiggestellt werden. Das Leiden der Zwangsarbeiter und das Verdrängen dieser Geschichte thematisierte die Schriftstellerin Elfriede Jelinek in dem Theaterstück „Das Werk“.

Nach dem Krieg herrschte extreme Stromknappheit. Der Weiterbau des Tauernkraftwerks wurde im Rahmen des Europäischen Wiederaufbau-Programms (Marshallplan) als besonders dringlich eingestuft. Ab 1947 wurde das Projekt mit insgesamt 1,43 Milliarden Schilling gefördert und konnte am 24. September 1955 eröffnet werden.

Die Speicherkraftwerke werden seitdem durch vier Wasserspeicher gespeist. Das Wasser zur Stromerzeugung ist großteils Schmelzwasser des Pasterzengletschers des Großglockners. Rund 850 Meter schießt das Wasser dabei aus den Hochgebirgsstauseen in das Tal. Die potenzielle Energie des Wassers im Speichersee wird dabei mithilfe von Pelton-Turbinen im Kraftwerk in kinetische Energie umgewandelt.

Link-Tipp: Video zum Thema Speicherkraftwerke

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Bis zum Jahr 2012 wird ein neues Pumpspeicherkraftwerk mit dem Namen „Limberg II“ errichtet. Nach dem Abschluss der Arbeiten wird die Leistung der in Kaprun installierten Anlagen rund 10 Prozent des österreichischen Strombedarfs zu Verbrauchsspitzenzeiten decken.

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