Hans Köppen - Fotocredit: Haus des Meeres
Hans Köppen - Fotocredit: Haus des Meeres
Seit November 2019 ist am Haus des Meeres eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Geschäftsführer Hans Köppen erklärt, wie die Anlage genutzt wird.

Seit November 2019 ist am Haus des Meeres eine Biphasiale Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Diese erzeugt nicht nur Energie aus dem Sonnenlicht, das von oben einfällt. Auch die Reflexionen von unten werden genutzt. Geschäftsführer Hans Köppen spricht im Interview über dieses bisher einzigartige Projekt und erklärt, wie die Anlage genutzt wird.

Wie kam es dazu, dass Solarpanele am Haus des Meeres installiert wurden?

Das Haus des Meeres hat seit 2018 einen Zubau. Der bestehende Flakturm ist um eine Aluglasfassade erweitert worden. So hat sich als architektonisches Element eine Pergola ergeben in 57 Metern Höhe. In diesem Zusammenhang hat sich die Installation einer PV-Anlage wunderbar angeboten. In der langen Planungsphase haben wir gesehen, dass wir die Wind- und die Sonnenenergie am Dach des Gebäudes nutzen können. Gemeinsam mit Wien Energie haben wir die aktuelle Lösung ausgetüftelt. Die Einbringung der Solarpanele und die Sanierung laufen über Wien Energie, finanziert hat diese das Haus des Meeres. Der Betrieb wird mit dem Strom gegengerechnet, den wir zu 100 Prozent selber nutzen.

So sehen die biphazialen Solarpanele aus - Fotocredit: Haus des Meeres
So sehen die biphazialen Solarpanele aus – Fotocredit: Haus des Meeres

Wie groß ist die Leistung?

63.000 Kilowattstunden werden mit den normalen Panelen garantiert. Wir verwenden allerdings Bifaziale Solarpaneele, die auch das Licht, das von unten von der Terrasse und von der Kühlanlage auf das freischwebende Dach reflektiert wird, auffangen und in Energie verwandeln. Von oben wird also das Sonnenlicht genutzt, von unten die Reflexionen. Die Effizienz unserer Panele ist somit höher als die normaler Panele. In Wien ist das das erste Projekt auf dieser Basis.

Seit wann ist die Anlage in Betrieb?

Im November des vergangenen Jahres wurden die Elemente fertig errichtet und eingeschaltet. Seither liefert die Anlage Strom für das Haus des Meeres.

Wofür wird der Strom genutzt?

Die Kühlanlage ist für uns wesentlich. Das Wasser in den Aquarien muss meistens gekühlt, und nicht geheizt werden. Das trifft sich gut, denn genau in der Zeit, in der wir die meiste Energie für die Kühlung brauchen, nämlich in den heißen Sommermonaten, funktioniert die Solaranlage am besten.

Die Aquarien müssen gekühlt werden - Fotocredit: Haus des Meeres/DanielZupanc
Die Aquarien müssen gekühlt werden – Fotocredit: Haus des Meeres/DanielZupanc

Wie viel Strom aus der PV-Anlage kann das Haus des Meeres nutzen?

Den Strom können wir zu 100 Prozent selber verbrauchen. Im 6. bis 9. Stock bekommen wir einen neuen Zoobereich. Dieser wird ab 2020 errichtet und in den kommenden Jahren ausgebaut. Insgesamt decken wir 5 Prozent unseres gesamten Strombedarfs über die eigene Photovoltaik-Anlage.

Wie groß ist die Anlage?

Inklusive der Wartungsstege und der Panele ist die Anlage 800 Quadratmeter groß.

Wie lange hat die Umsetzung gedauert?

Wir haben ungefähr zehn Jahre lang um das Zubauprojekt gekämpft. Im Frühjahr 2020 wird es abgeschlossen sein. Das Solardach stellt die Verbindung zwischen dem alten Flakturm und dem neuen Zubau dar. Die Anlage verbindet beide Dächer – das alte und das freischwebende neue – und schafft so auch eine konzeptuelle Verbindung zwischen dem Betonbereich und der Aluglasfassade.

Quelle: Energieleben Redaktion

 


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