Die Kleiderflut lässt die Müllberge wachsen.

Fast-Fashion, schnelle Mode, hat die Branche revolutioniert. Die Kluft zwischen den Laufstegen und den Konsumenten der Mittelschicht ist überbrückt worden. Die Trends landen schnell auf den Stangen der Anbieter von Billigmode. Ähnlich schnell landen die Kleidungsstücke dann auf dem Müll. Wegwerfmode wird nach kürzester Zeit aussortiert und die Müllberge wachsen.

Durchschnittlich wirft eine Konsumentin oder ein Konsument rund 60 Prozent der gekauften Kleidung innerhalb eines Jahres wieder weg. Mittlerweile tun sich Müllberge von gebrauchter Kleidung auf. Im Jahr 2020 werden geschätzt 18,6 Millionen Tonnen an Kleidung auf Müllhalden landen. Die “Ellen Macarthur Foundation” rechnet bei ungebrochener Entwicklung, dass bis zum Jahr 2050 mehr als 150 Millionen Tonnen Kleidung jährlich im Müll landen.

Mode hat sich zu einer schnelllebigen Branche entwickelt. Vorbei sind die Zeiten, in denen es nur zwei Mal im Jahr Ausverkauf gab, und ein Kleidungsstück länger als eine Saison halten sollte. Mittlerweile haben sich diese Intervalle nicht nur verkürzt, neue Trends sind auch leichter zugänglich und die Preise gefallen. Laut einer Studie kaufen deutsche Verbraucher im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr, tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren.

Die Textilindustrie, die das Verlangen nach ständig neuen Trends zu günstigen Preisen bedient, hat mittlerweile einen Jahresumsatz von mehr als einer Billion Euro und beschäftigt mehr als 300 Millionen Menschen. Mode macht ungefähr die Hälfte des Umsatzes aus, wobei sich die Produktion zwischen 2000 und 2015 verdoppelt hat.

Verbraucher können ein paar Dinge tun, um die Müllberge zu verringern. An erster Stelle steht dabei der Einkauf von Kleidung mit hoher Qualität, die nicht schnell kaputt geht. Vieles kann man auch gebraucht kaufen, vor allem für Babys und Kinder, die schnell aus Sachen rauswachsen. Kleidung in gutem Zustand kann man tauschen und auch Stücke, die kaputt sind, sollten in Altkleider-Container gegeben werden.


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