Der Entwässerungskanal im dänischen Roskilde ist wahrscheinlich der einzige weltweit der als cool bezeichnet wird. Zugegeben, es gibt nicht viel Konkurrenz, aber die Nutzung der Anlage als Skatepark in trockenen Zeiten ist durchaus raffiniert.

Roskilde pflegt ein jugendliches Image. Seit 1971 findet in der Nähe der dänischen Hafenstadt das Roskilde-Festival statt. Das viertägige Musikfestival hat sich über die Jahre hinweg zu einem der bedeutendsten Europas entwickelt. In diesem Zeitraum hat in der Region nicht nur das Besucheraufkommen sondern auch der Regen zugenommen, der regelmäßig die Straßen und Häuser der Stadt flutete. Das Wasseramt der Stadt schrieb also ein Drainageprojekt aus.

Gefragt war ein System, das Regen und Abwasser voneinander fernhält. Konventionelle Lösungen wären Untergrundrohre oder ein betonierter Wasserkanal gewesen, die Stadtverwaltung entschied sich allerdings für den Vorschlag der dänischen Architekten Nordarch. Das Büro hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Skateparks geplant, und das Projekt im Rabalder Park in Roskilde sollte Wasser bei Regen und Skater bei Trockenheit versammeln. Eine Teil öffentlicher Infrastruktur mit üblicherweise unschönem Anblick wurde in eine Freizeitanlage verwandelt. Das Design des Drainage-Skateparks wurde mit dem renommierten Index-Design-Preis ausgezeichnet.

Die Funktionalität des Drainagesystem stand bei dem Projekt im Vordergrund. Für den Nordarch-Gründer Søren Nordal Enevoldsen, selbst begeisterter Skater, war es jedoch ebenso wichtig, einen für Skater reizvollen Parcours zu entwerfen, wie er in diesem Video erklärt. Mehr Hindernisse und Profiländerungen würden den Sportlern zu Gute kommen, aber der erforderliche Wasserlauf wäre damit nicht mehr gegeben. Schlussendlich hatte doch der Hochwasserschutz Vorrang.

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