Mit der Orca-Anlage in Island kann Kohlenstoffdioxid absorbiert und zu Stein verwandelt werden. Fotocredit: © Climeworks
Mit der Orca-Anlage in Island kann Kohlenstoffdioxid absorbiert und zu Stein verwandelt werden. Fotocredit: © Climeworks
Wenn es uns gelingen würde, Kohlenstoffdioxid in beträchtlichen Mengen direkt aus der Luft zu filtern, wären wir der Lösung des Klimaproblems wohl einen Schritt näher. In Island wurde dazu kürzlich ein vielversprechendes Projekt gestartet.

Climeworks – das ist ein 2009 in der Schweiz gegründetes Energieunternehmen, das sich auf die sogenannte „Carbon Dioxide Air Capture-Technologie“ spezialisiert hat. Dabei geht es darum, CO2 – also Kohlenstoffdioxid – unmittelbar aus der Luft zu filtern. In diesem speziellen Branchenbereich ist das in Zürich ansässige Unternehmen nicht nur weltweit führend, sondern lässt immer wieder mit ganz neuen technologischen Fortschritten aufhorchen. So eröffnete das Unternehmen bereits vor knapp fünf Jahren das erste kommerzielle Projekt zur Filterung von Kohlenstoffdioxid aus der direkten Umgebungsluft. Mit dieser Anlage wurde in der Schweiz das CO2 aus der Luft gefiltert. und im Anschluss konnte es als Dünger weitervertrieben werden. Diese Anlage, die in Hinwil steht, kann rund 900 Tonnen Kohlenstoffdioxid jährlich absorbieren. Das Unternehmen hat sich selbst zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten Jahre ein Prozent aller weltweiten CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern. 

Kohlenstoffdioxid in Stein verwandelt

Wenn man bedenkt, dass es sich dabei um rund 300 Millionen Tonnen handelt, wird klar, dass dazu eine einzige Anlage wie die in Hinwil nicht reicht. Doch Climeworks hat bereits weitere Schritte gesetzt und kürzlich in Island die Orca-Anlage zur Entfernung von Kohlenstoff aus der Luft eröffnet. Deren Volumen ist ein ganz anderes. Sie kann bereits rund 4.000 Tonnen CO2 jährlich einfangen. Vereinfacht ausgedrückt funktioniert das, indem Orca die Außenluft ansaugt, das CO2 daraus entzieht und es dann wiederum durch spezielle Geräte unter die Erde bringt, wo es dauerhaft gespeichert zu Stein wird. „Wir sind stolz, aufgeregt und überglücklich, dass wir auf unserem Weg zur Umkehr des Klimawandels so weit gekommen sind. Orca ist jetzt Realität, und das ist das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen aller beteiligten Akteure,“ so Christoph Gebald, Co-CEO und Mitbegründer von Climeworks. Sein Co-CEO-Kollege Jan Wurzbacher, der das Energieunternehmen ebenso mitbegründet hat, ergänzt: „Orca ist ein Meilenstein in der Branche sowie ein skalierbarer, flexibler und reproduzierbarer Prototyp für die zukünftige Expansion von Climeworks.“ 

Netto-Null-Emissionen und Reduktion von Kohlenstoffdioxid

Noch sei es allerdings ein weiter Weg, um dem Ziel der weltweiten Netto-Null-Emissionen näher zu kommen. Netto-Null heißt in diesem Fall, dass durch spezifische Maßnahmen die menschengemachten Treibhaus-Emissionen aus der Atmosphäre reduziert werden, dass die Klimabilanz des Planeten wieder netto ist. Kritiker bemängeln am Netto-Null-Gedanken, dass er den Irrglauben aufbringen würde, man müsse die Emissionen gar nicht erst reduzieren, wenn es nur eine Technik geben würde, die sie alle wieder absorbiert. Einige Wissenschaftler bezeichnen das als magisches Denken. Aber sei es drum: Das Medium Treehugger hat berechnet, dass die Orca-Anlage immerhin die Kohlenstoff-Emissionen von 248 Durchschnittsamerikanern beseitigen kann. Aktuell benötigt dieser Prozess allerdings eine Menge an Ressourcen und die Kosten pro entfernter Tonne CO2 sind derzeit noch erheblich. „Mit dem Erfolg der Orca-Anlage sind wir allerdings darauf vorbereitet, unsere Kapazitäten in den nächsten Jahren schnell zu erhöhen“, erklärt Jan Wurzbacher weiter. Dadurch könnte das Projekt in Zukunft ein kosteneffizienterer und Ressourcen schonenderer Weg sein, um einen Teil der Klimaproblematik zu lösen.

Quellen: treehugger.com, cleanthinking.de, lifechange.at, fr.de, cilmeworks.com / Fotocredit: © Climeworks


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