Eine künstliche Insel soll für die Verteilung von Offshore-Windstrom an verschiedene Europäische Länder sorgen.

Das niederländische Unternehmen Tennet plant ein internationales Windstromprojekt in der Nordsee. Rund hundert Kilometer vor der englischen Ostküste, auf der Doggerbank, einer mehr als 300 Kilometerlangen Untiefe, soll eine künstliche Insel angelegt werden. Die Insel soll rund 6 Quadratkilometer groß werden und als eine Art Verteilerkreuz für den in der Nordsee erzeugten Windstrom dienen.

Die aus mehreren Windparks stammende Windkraft wird dort in Gleichstrom umgewandelt und dann per Unterseekabel verteilt. Die Niederlande selbst, aber auch Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Belgien und Norwegen sollen von diesem Projekt Nutzen tragen.

Tennet und die dänische Firma Energinet haben gerade einen gemeinsamen Vertrag für die Durchführung einer Machbarkeitsstudie unterschrieben. Der Bau einer solchen Insel, inklusive Verkabelung, würde rund 20 Jahre in Anspruch nehmen. Auf der Insel sollen mehrere Konverter stehen, es soll eine eigene Landebahn für Kleinflugzeuge gebaut werden sowie ein Hafen. Ein Ersatzteillager mit Turbinen, Rotorblättern, Masten und ähnlichem, um die umliegenden Windparks bei Bedarf damit versorgen zu können, ist ebenfalls Teil der Pläne. Wohnungen für die rund 2000 Mitarbeiter werden auch auf der Insel gebaut werden.

Die Sandbank auf der die Insel entstehen soll, ist nur jeweils hundert Kilometer von der englischen und auch der dänischen Küste entfernt. Die Wassertiefe dort ist mit durchschnittlich 94 m sehr flach, an den seichtesten Stellen sind es sogar nur 13 Meter. Am geplanten Entstehungsort der Insel ist die Windgeschwindigkeit relativ konstant. Wenn das Projekt verwirklicht werden kann, hätte es eine Kapazität von 30 Gigawatt und es würde zu einer deutlichen Kostensenkung bei Windstrom führen.

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Bild: Energinet

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