1924 wurde das erste Konzept für biologische Landwirtschaft entwickelt und wird seither stetig verbessert.

Schon damals bemerkten Landwirte, eine Qualitätsverschlechterung beim Getreide, obwohl zu dieser Zeit die Technisierung der Landwirtschaft erst ihren Anfang nahm und auch Stickstoffdünger wenig zum Einsatz kamen.

Gemeinsam entwickelten sie Methoden, die diesem Umstand entgegenwirkten und begründeten damit die biodynamische Landwirtschaft, welche noch heute angewandt wird und auch Vorlage für die EU-Bio-Richtlinien war.

Österreichischer Bio-Bauernhof aus 1927

Der älteste Bio-Bauernhof in Österreich ist der Wurzerhof in Kärnten, der seit 1927 biodynamische Landwirtschaft betreibt. Seit 1928 werden biodynamisch hergestellte Produkte unter dem Namen Demeter verkauft. Als Demeter-Begründer gilt Rudolf Steiner (1861-1925), ein Philosoph, der auch für Waldorfschulen und Anthroposophische Medizin Grundsteine legte. 1924 hielt er die berühmten „Landwirtschaftlichen Vorträge“, aus welchen sich der Grundgedankte der biodynamischen Landwirtschaft entwickelte.

Demeter – mehr als bio

Die Demeter Richtlinien sind strenger und umfangreicher als die des EU-Bio-Siegels, so wurde vor allem der ganzheitliche Ansatz nicht übernommen. Am Demeter-Hof wird mit Rücksicht auf Menschen, Tiere und Pflanzen gearbeitet und der Hof als Ganzes als „Organismus“ betrachtet, welcher gut zusammen spielen muss um auf Dauer und für alle zu funktionieren.

Als erweiterten Tierschutz gibt es neben der allgemein artgerechten Haltung auch noch Vorgaben wie das Verbot Kühe schmerzhaft zu entthronen, Schafen ihre Schwänze abzuschneiden, Schweinen die Zähne abzuschneiden oder Hühnern den Schnabel zu kürzen.

Weiters werden die Böden nicht nur geschont und erhalten sondern auch aktiv aufgebaut und verbessert. So bestätigt sich, dass aufgrund der Zugabe von Scharfgabe, Löwenzahn oder Brennessel zum Kompost, der Humusanteil auf biodynamischen bewirtschafteten Böden weit höher ist, als bei konventioneller Landwirtschaft.

Demeter around the world

In den letzten 90 Jahren hat sich viel getan. Etwa 8.000 Bauern in weltweit 50 Ländern bewirtschaften ihre Äcker nach Demeter Richtlinien und stehen für faire Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Lebensmittel-Erzeugern und Konsumenten.

Vom Nischenprodukt zum Megatrend

In den Anfängen ein echtes Nischenprodukt entwickelte sich der Bio-Markt in den letzten Jahren zum echten Megatrend. Kein Supermarkt, der keine Bio-Lebensmittel im Programm hat. Leider sind mittlerweile auch unter den Bio-Höfen richtige Großbetriebe, die, genötigt durch den Preisdruck, auf Massenabfertigung und Monokulturen setzen und so dem ursprünglichen „Bio-Gedanken“ nicht mehr gerecht werden.

Demeterhöfe sind rigoroser und nehmen Rücksicht auf natürliche Rhythmen und den Jahreskreislauf der Natur. Demeter-Produkte finden Sie deshalb auch nicht beim Diskonter, sondern nur im Bio-Fachhandel oder beim Direktverkauf.

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Bildrechte © Getreide, Sophie Stranzl

 

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