Wie gestaltet man eine Stadt fußgängerfreundlich?

… diese Frage stellen sich Städteplaner weltweit – nicht nur in Wien. „Eine Stadt, in der viel zu Fuß gegangen wird, ist eine lebendige Stadt“, stellt Wiens Fußgängerbeauftragte Petra Jens fest. Sie plädiert für breitere Gehsteige, kürzere Wartezeiten sowie längere Grünphasen bei Fußgängerampeln und will in allen Wiener Bezirken Geh-„Highways“ einführen – attraktive Fußgängerwege, die die wichtigsten Ziele miteinander verbinden. Die Stadt Wien wächst und eine progressive Planung soll eine für die Bewohner lebenswerte Umgebung garantieren.

In den USA ist San Jose die am schnellsten wachsende Stadt in der Bay Area. Eine Fußgängerbeauftragte gibt es dort nicht, deshalb hat die Non-Profit-Organisation SPUR einen Maßnahmenkatalog erstellt, mit dessen Hilfe die Bewohner der Stadt zum Gehen ermutigt werden sollen. Es handelt sich um teils kleine Maßnahmen, die aber den Unterschied ausmachen können, erklären die Experten von SPUR. Wir wollen hier die wichtigsten Punkte des Plans vorstellen.

  1. Abwechslung auf den Straßen: Ein 500-Meter-Fußmarsch auf einer geraden Straße wird vielen sehr lange erscheinen. Wenn die Straße aber mit Terrassen von Kaffeehäusern und Restaurants gesäumt ist, dann kommt einem durch die Abwechslung der Weg nicht so lange vor.
  2. Der Eingang von Geschäften soll der Straße zugewandt sein und nicht dem Parkplatz im Hinterhof. Offenheit erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl für die Stadtbewohner.
  3. Leere Flächen nutzen und zu Gemeinschaftszonen, wie Spielplätze oder öffentlichen Sportanlagen, umgestalten.
  4. Parkplätze hinter oder unter den Gebäuden anlegen. Wenn parkende Autos nicht im Weg stehen, fällt es leichter zu Fuß zu gehen.
  5. Hohe Gebäude müssen den Menschen nahe gebracht werden. Schilder, Bäume und Eingänge auf Straßenebene relativieren die massiven Strukturen von Gebäuden für Fußgänger.
  6. Freie durchgehende Fußgängerwege, die nicht befahren werden können.
  7. Sogenannte komplette Straßen schaffen. Straßen sollen als sozialer und kommerzieller Raum nutzbar sein und gleichzeitig Platz für öffentlichen Verkehr, Fahrräder und Personenverkehr bieten. Solche Begegnungszonen, wie in Wien auf Abschnitten der Mariahilfer Straße getestet wird, sollen Menschen den Raum zur Fortbewegung und dem Innehalten (hinsetzen, Gespräche führen, Zeitung lesen) bieten.

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