Los Angeles
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Wie kann man die Straße wieder zurückerobern? Eine Abstimmung ist ein Weg, etwas schneller geht es in Los Angeles mit einem Selbstbausatz für Mini-Parks.

Mit einem Selbstbausatz eine kleine Terrasse bauen, wo immer Platz auf der Straße ist. In Los Angeles geht das mit einem sogenannten Parklet, einem Selbstbausatz für Mini-Parks. Der Sinn der Sache: So schnell wie möglich zusammenbauen und einen Parkplatz damit besetzen. Die finale Ausgestaltung bleibt einem überlassen. So ein Parklet kann zur Mini-Terrasse,  Fahrradabstellplatz, kleinen Sportanlage oder zu einem urbanen Garten werden. Es reicht dafür der Platz, den normalerweise ein parkendes Auto besetzen würde.

So anarchisch, wie es klingt, ist die ganze Sache aber nicht. Die Bausätze sind behördlich genehmigt und die Stellplätze werden vom Verkehrsamt vergeben. Die Gruppe „People St“, die um die Plätze ansucht, wurde auf Initiative der Stadt Los Angeles gegründet als Reaktion auf Anfragen vieler Bürger, die aktiv an der Gestaltung öffentlichen Raums mitarbeiten wollten. Nicht jeder hat einen Architekten bei der Hand, also entwickelte die Stadt verschiedene Selbstbausätze für Mini-Parks. Die an einem Parklet beteiligten Gruppen wählen eines der Designs und können auch über die Farbgestaltung entscheiden. Bei Finanzierungsproblemen springt die Stadt mit Förderungen ein.

Der Idee der Parklets entstammt der Bewegung des New Urbanisms, die der Zersiedelung der Städte und dem damit einhergehenden hohen Individualverkehr mit fußgängerfreundlichen Maßnahmen entgegenwirken will. Zwei Fliegen mit einer Klappe will man mit den Mini-Parkanlagen schlagen: Öffentlicher Raum wird begrünt und der Anreiz zur Benutzung des Autos in der Stadt entzogen. Erste Studien zeigen, dass mit Parklets das Engagement der Bürger bei der Gestaltung des Zusammenlebens in der Stadt erhöht werden kann.

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