Schottland will bis zum Jahr 2020 den gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen beziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, greifen die Schotten vor allem auf Windkraft zurück.

Windkraft ist die in Schottland am schnellsten wachsende Sparte erneuerbarer Energien. Im Jahr 2011 betrug die Gesamtleistung bereits 2.574 Megawatt. Künftig will die Regional-Regierung noch mehr auf Windkraft setzen. Der Ausbau der Windenergie soll ein Investitionsvolumen von bis zu 30 Mrd. Pfund haben und entscheidend zu wirtschaftlichem Wachstum und der Entstehung von bis zu 40.000 neuen Arbeitsplätzen, insbesondere in den ländlichen Gebieten, beitragen. Geplant ist, bis zum Jahr 2020 das Land zu 100 Prozent mit Ökostrom zu versorgen.

Die Unterstützung der Bevölkerung ist der Regierung  sicher: Laut einer Umfrage würden mehr als drei Viertel der Schotten gerne einen Großteil der Verbrauchsenergie aus erneuerbaren Quellen beziehen. 62 Prozent der Befragten hätten nichts gegen eine große Windkraftanlagen in ihrer Region einzuwenden. Die bei Windkraftanlagen oft geführte Ästhetik-Debatte scheint die Schotten nicht zu kümmern: Zwischen 2005 und 2010 hat sich die Anzahl der Windparks in Schottland verdoppelt. In diesem Zeitraum ist die Unterstützung für Windenergie von 74 auf 78 Prozent gestiegen.

Im Juni 2014 hat ScottishPower Renewables (SPR) zwei neue Windparks eröffnet. Die Anlage Mark Hill umfasst 28 Turbinen. Der Windpark Arecleoch besteht sogar aus 60 Turbinen. Damit hat SPR die 1.000 Megawatt-Marke bei schottischer Windenergie-Produktion überschritten. Das Unternehmen aus Glasgow unterhält mittlerweile 24 Windkraftanlagen, 15 davon in Schottland. 600.000 britische Haushalte will man mit der gesamten Kapazität versorgen können.

Der Plan, auch in Sachen Energie unabhängig zu sein vom Königreich, könnte aber gerade durch die Autonomie-Bestrebungen der Schotten zunichte gemacht werden. Die Förderungen zum Ausbau erneuerbarer Energie müssten im Falle der Unabhängigkeit selbst aufgebracht werden. In einer Studie gehen Wissenschafter mehrere Universitäten davon aus, dass Schottland die nötigen Investitionen nicht aufbringen könne. Schließlich stammen 50 Prozent der verbrauchten Energie weiterhin aus fossilen Brennstoffen.

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