Ein Schweizer Unternehmen macht die Energiewende konkret.

Alte Wohnhäuser kommen nach der Sanierung vollständig ohne Heizung aus. Die Kosten sind dabei nicht höher als bei einem konventionellen Umbau. Viel Energie wird verbraucht, um Wohnungen und Häuser zu heizen oder mit Warmwasser zu versorgen.

Weil viele Wohn- und Geschäftshäuser älteren Datums sind, ist das Sparpotenzial enorm. Das Schweizer Unternehmen Swissrenova baut und saniert Wohnraum ohne Heizung. Die Innovation ist dabei in der Fassade verborgen. Die Außenwände sind gut isoliert und speichern im Winter die Sonneneinstrahlung.

Karton-Waben

Kernstück dieser neuen Solarfassade sind kleine Waben aus Karton, die hinter einer Glasschicht angebracht sind. Die Sonnenstrahlen erwärmen die Luft zwischen den Waben. Isoliermaterial hinter den Waben bewirkt, dass die Sonnenwärme erst mit rund sieben Stunden Verzögerung ins Innere des Hauses abgegeben wird – bis in die Nacht hinein. Im Sommer funktioniert dies umgekehrt. Die Sonnenstrahlen fallen dann steiler von oben ein, sie erreichen die Hohlräume zwischen den Waben nicht mehr – die Wände der Waben erzeugen Schatten. Direkte Sonneneinstrahlung braucht es dazu nicht, das System funktioniert auch bei diffusem Licht.

Solarfassade und Isolation allein reichen aber nicht, um ohne Heizung auszukommen. Nötig ist zudem eine Frischluftversorgung, die mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet ist. Die Luft einer Wohnung kann in einer Stunde ausgetauscht werden und soll dabei höchstens ein Grad Celsius an Wärme verlieren – egal, wie kalt es ist.

Streng genommen funktionieren die Häuser mit den Karton-Waben auch nicht ganz ohne Heizung, wie ein Neubau-Projekt zeigt. Im Bad ist ein kleiner Infrarotstrahler montiert, den jene einschalten können, die es dort in der Früh sehr warm haben wollen. Und das Warmwasser wird mit einem elektrischen Durchlauferhitzer erwärmt. Viel Strom benötigt dieser allerdings nicht. Denn dem Dusch- oder Abwaschwasser wird die Wärme nach dem Abfluss gleich wieder entzogen. Mit der aus dem Abwasser gewonnenen Energie wird frisches Warmwasser vorgewärmt. In Kombination mit den Solaranlagen am Dach produzieren die Neubauten von Swissrenova mehr Energie als sie verbrauchen und gelten als kleine Kraftwerke.

Titelbild: Swissrenova

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*