Unfälle mit Elektro-Autos stellen die Feuerwehr vor neue Herausforderungen. Diese zwei Tools bringen Sicherheit und erleichtern Feuerwehr und Rettung die Arbeit.

Mit der Zunahme batteriebetriebener Elektrofahrzeuge auf der Straße steigt statistisch auch das Risikopotenzial für einen Unfall oder technischen Defekt der Batteriesysteme. In den meisten Fällen verfügen die Einsatzkräfte jedoch nicht über geeignete Ausrüstung oder Techniken, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Zwei innovative Produkte sollen Feuerwehr- und Rettungskräfte vor den besonderen Gefahren schützen und deren Arbeit erleichtern.

Eines der großen Probleme bei E-Autos sind die Brände, die entstehen können, denn ein Brand bringt viele unbekannte Faktoren mit sich. Aus diesem Grund hat das österreichische Unternehmen Rosenbauer neue Rettungsmodule für Einsatzkräfte entwickelt mit denen brennende E-Autos gezielt gelöscht und die Einsatzkräfte geschützt werden. Die Achillesferse einer Batterie ist der Separator zwischen Anode und Kathode, bemerkt Rosenbauer, denn der Separator hat nur eine begrenzte Temperaturbeständigkeit. Wird die Zelle beschädigt, bricht der Separator und es kommt zu einem Kurzschluss, der die gesamte gespeicherte Energie (elektrisch wie chemisch) in Form eines enormen Wärmeaufbaus, des sogenannten thermischen Durchgehens, freisetzt, gefolgt von einem Brand. In diesem Zustand ist ein Löschen von außen nicht möglich. Die Ausbreitung der Kettenreaktion kann nur verlangsamt oder gestoppt werden. Dreh- und Angelpunkt ist daher eine möglichst direkte Kühlung der Batteriemodule oder der Zellen innerhalb der Module und damit eine Unterbrechung der Kettenreaktion der brennenden Zellen.

Das von Rosenbauer neu entwickelte System durchdringt das Gehäuse und bringt das Wasser genau dort auf, wo es benötigt wird: zur Kühlung der Zellen und Module im Batteriegehäuse. Der Löschvorgang erfolgt somit sehr ressourcenschonend und reduziert die Ausbreitung von Rauchgasen auf ein Minimum. Die Sicherheit der Einsatzkräfte hatte bei der Entwicklung oberste Priorität. Der Einsatz des Systems setzt voraus, dass sich der Feuerwehrmann nur für sehr kurze Zeit in der Nähe des brennenden Fahrzeugs aufhält. Deshalb wird das System aus sicherer Entfernung aktiviert.

Ein viel banaleres, aber deswegen nicht unwichtigeres Problem bei E-Fahrzeugen ist, dass der Motor lautlos ist und deshalb bei einem Notfall nicht klar ist, ob das Fahrzeug jeden Moment losfahren könnte. Der Systemlieferant Dönges hat dafür den „Emergency Plug“ entwickelt. Mit nur wenigen Handgriffen können Einsatzkräfte damit ein Elektroauto stilllegen. Ladeklappe öffnen, Emergency Plug einstecken, schon schaltet das Elektroauto in die Parkstellung und kann nicht mehr losfahren. Denn das von niederländischen Feuerwehrleuten entwickelte System täuscht dem Fahrzeug vor, dass es an einer Ladesäule steht, sodass der entsprechende Sicherheitsmodus aktiviert wird.


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