Eine neue Pipeline soll CO2 von Deutschland nach Norwegen bringen und im Boden der Nordsee eingelagert werden.

Mit der Carbon Capture and Storage (CCS) Technik und den Öl- und Gaslagerstätten unter der Nordsee will Norwegen neue Einnahmequellen erschließen. Nun wurde mit Deutschland der Bau einer 900 Kilometer langen Pipeline vereinbart, die CO2 aus Deutschland zur Speicherung in der Norwegischen Nordsee transportieren soll.

Öl und Gas aus der Nordsee

Deutschland ist Europas größter CO2-Emittent. Norwegen hingegen verfügt über das größte Potenzial zur Speicherung des klimaschädlichen Gases. In den vergangenen 50 Jahren hat Norwegen riesige Mengen Kohlenstoff in Form von Öl und Gas aus dem Boden der Nordsee geholt.

Ein Ende der norwegischen Öl- und Gasförderung ist zwar noch fern, doch Industrie und Staat schmieden bereits Pläne für neue Einnahmequellen. Norwegen will seine Offshore-Infrastruktur und das Knowhow von 200.000 Beschäftigten künftig auch dafür nutzen, möglichst große Mengen CO2 einzusammeln und in die erschöpften Lagerstätten unter dem Meer zurück zu schaffen.

Speicherung von Kohlenstoff

Der erste Kohlenstoffspeicherbetrieb, der den Grund der Nordsee nutzte, war das Sleipner-Feld im Jahr 1996, das von einem norwegischen Öl- und Gasunternehmen betrieben wurde. Die Speicherung von Kohlenstoff war notwendig, weil das Gasprodukt einen hohen Kohlenstoffgehalt aufwies und daher von seinem Kohlenstoff gereinigt werden musste, der zurück in das Gasbohrloch gepumpt wurde.

Nun soll die CCS-Technik erstmals zum Einsatz kommen und in dem großen Pilotprojekt mit Deutschland demonstriert werden – in Norwegen, denn in Deutschland ist CCS aufgrund der Möglichkeit von Leckage verboten.

Die Energieunternehmen Equinor und Wintershall Dea wollen die Pipeline von Deutschland nach Norwegen bauen, um Kohlendioxid unter der Nordsee zu transportieren und zu speichern. Vor dem Jahr 2032 soll CO2 aus Norddeutschland zu Speicherstätten vor der Küste Norwegens transportiert werden.

Die Pipeline soll eine Transportkapazität von 20 bis 40 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr haben, was etwa 20 Prozent aller deutschen Industrieemissionen pro Jahr entspricht. Das Projekt würde auch eine andere Lösung in Betracht ziehen, bei der CO2 per Schiff von Deutschland nach Norwegen transportiert wird. Norwegen will in den Lagerstätten unter der Nordsee künftig das gesamte in Europa produzierte Treibhausgas speichern. Später soll Kohlendioxid wieder als Rohstoff genutzt werden.


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