Die Gesamthäufigkeit von Motten in Großbritannien ist in den letzten 50 Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Straßenlaternen sind einer der Gründe.

Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass Lichtverschmutzung schädliche Auswirkungen auf lokale Insektenpopulationen hat. Douglas Boyes, ein Doktorand am Britischen Zentrum für Ökologie und Hydrologie (UKCEH) in Wallingford, hat nachgewiesen, dass Straßenlaternen das Verhalten von nachtaktiven Motten stören und die Anzahl der Raupen um die Hälfte reduzieren. Moderne LED-Straßenlaternen haben anscheinend den negativsten Effekt.

Die Gesamthäufigkeit von Motten in Großbritannien ist in den letzten 50 Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Die Ursachen dieses besorgniserregenden Rückgangs sind bislang unerforscht. Wie Boyle nun herausfand, haben Straßenlaternen eine deutlich negative Auswirkung auf lokale Mottenpopulationen. Der Doktorand hat seit 2018 mehr als 400 Stunden mit Probennahmen von Raupen an Straßenrändern verbracht. Insgesamt 55 verschiedene beleuchtete – und unbeleuchtete, um Vergleichswerte zu haben – Standorte im Thames Valley hat er aufgesucht, manche davon wenig charmant an den Rändern entlegener Straßen. Raupen wurden ausgewählt, weil sie viel weniger mobil sind als erwachsene Motten, was genauere Schätzungen der Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung ermöglicht.

Boyes geht davon aus, dass Straßenlaternen nachtaktive Motten davon abhalten können, ihre Eier zu legen oder die Insekten dem Risiko auszusetzen, von Raubtieren wie Fledermäusen entdeckt und verzehrt zu werden. Vor allem LED-Laternen sind ein Problem, wie es scheint. Die Feldstudien ergaben, dass die Häufigkeit von Mottenraupen in Hecken unter LED-Straßenlaternen um 52% niedriger war als in nahe gelegenen unbeleuchteten Gebieten, verglichen mit 41% geringerer Häufigkeit in Hecken, die durch Natriumbeleuchtung beleuchtet wurden. An Grasrändern waren die Anzahl der Mottenraupen in der Nähe von LEDs um ein Drittel niedriger als in unbeleuchteten Gebieten, während Natriumlichter wenig Einfluss auf die Häufigkeit hatten.

Der Rückgang von Insektenpopulationen hat gravierende Folgen für Vögel und andere Wildtiere, die auf Raupen als Nahrung angewiesen sind. Die Verwendung von künstlichem Licht in der Nacht wird in Boyes Studie aber nicht als alleiniger verantwortlicher Faktor für den Insektenrückgang ausgemacht. Die Faktoren sind komplex und vielfältig, darunter der stetige Verlust von Wäldern, Heideflächen, Wiesen und Sümpfen, der übermäßige Einsatz von Pestiziden, der Klimawandel und die Verschmutzung von Flüssen und Seen.


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