Leicht beschädigte Haushaltsgeräte schmeißen wir weg und ersetzten sie durch neue. Dass es auch anders geht hat der Fix-It! Hausgeräte-Profi eindrucksvoll gezeigt. Gaspard Tiné-Berès zielt mit seinem „Short Circuit“ in eine ähnliche Richtung.

Am Royal College of Art, unweit der Royal Albert Hall am Rande des Hyde Park in London, hat der Designer Gaspard Tiné-Berès das Projekt „Short Circuit“ (Dt.: „Kurzschluss“) gestartet. Ihm ist aufgefallen, dass viele Geräte, die im Müll landen, zwar tatsächlich kaputt sind, ihr Innenleben aber grundsätzlich noch in tadelloser Verfassung ist.

Wasserkocher, Kaffeemaschinen oder Toaster sind typische Beispiele. Die Hülle ist meist unrettbar verloren, die elektrischen Bauteile wunderbar in Ordnung. Und trotzdem, eine Reparatur wäre oft teurer als die Neuanschaffung. Die Folge: Müllhaufen sind in zunehmendem Ausmaß eine interessante Quelle funktionsfähiger technischer Bauteile. Das wie Science Fiction anmutende Konzept des „Urban Mining“ wird so mehr und mehr zu einer wirtschaftlichen Option – ganz abgesehen vom Umwelt-Aspekt.

Der Designer hofft, mit seiner neuen, simplen und haltbaren Aufmachung der geretteten Elektrogeräte ein ganzes wirtschaftliches Konzept anzustoßen. Er will erreichen, dass lokal ansässige Handwerker das Wissen um technische Zusammenhänge, das langsam, aber sicher zu verschwinden droht, neu lernen und bewahren. Dazu könnten einfache, haltbare Geräte den Lebenszyklus von Haushaltsgeräten wieder verlängern helfen.

Warum sind Dinge nicht mehr reparabel?

  1. Einerseits, weil Material verwendet wird, das nicht repariert werden kann. Plastikdeckel, deren Halterungen brechen. Vollverkleidungen ohne Öffnung, die den Zugang zum Innenleben eines Wasserkochers verhindern.
  2. Andererseits, weil sie zu komplex sind. Wozu benötigen Kaffeemaschinen Mikrochips? Warum brauchen Herde eine Internetverbindung?

Tiné-Berès schreibt auf seiner Website: „Meine Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Toaster sind aus wiederverwendeten Komponenten und Glas aus Weinflaschen und Laborgefäßen, um den Vorteil ihrer standardisierten Größen und ihrer weiten Verbreitung zu nutzen. Die zentralen Teile sind aus Kork, weil dieses Material wasserfest, antibakteriell und nicht-leitend ist. Das Design ist simpel und kann leicht angepasst, weiterentwickelt oder repariert werden.“

Auf überflüssige Komplexität zu verzichten verlängert das Leben von Elektrogeräten.

Video: Short Circuit von Gaspard Tiné-Berès.

Der Designer betreibt auch eine eigene Web-Site zu seinem Projekt Short Circuit.

Foto: Gaspard Tiné-Berès

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*