Die Wegwerf-Gesellschaft stößt an ihre Grenzen – Reparieren wird zum Trend. Das zeigt sich nicht nur in Wien, wo das Reparaturnetzwerk und Energieleben.at mit Fix It! kostenlose Reparaturen angeboten haben (am 11. Oktober ist es wieder so weit!). In vielen Ländern finden Bastler und Handwerker zusammen, um defekte Geräte zu reparieren und Ressourcen zu schonen.

Die Initiative heißt sogar „ifixit„, ganz ähnlich also wie die Wiener „Fix It!“ Aktion von Energieleben.at, dem Wiener Reparaturnetzwerk und engagierten Handwerkern aus den Gemeindebezirken. Und sie hat das Anliegen, Qualität länger zu erhalten statt immer kürzere Produktzyklen mit billiger Ware zu schaffen, in die Form eines Reparatur-Manifestes gegossen.

In der Initiative sammeln begeisterte Heimwerker und Profis das Wissen, das nötig ist, damit jeder selbst lernen kann, was in früheren Tagen selbstverständlich war: sein Eigentum selbständig in Schuss zu halten.

Das Manifest

Reparatur-Manifest

Reparieren ist besser als Recycling.
Reparatur rettet den Planeten.
Reparatur spart Geld.
Reparatur bedeutet, Technik zu lernen und zu verstehen.
Nur was man bearbeiten kann, besitzt man wirklich.

Reparatur verbindet Sie mit Ihren Sachen.
Reparatur gibt Selbstsicherheit und Vertrauen.
Reparatur verwandelt Verbraucher in Mitwirkende.
Reparatur ist Unabhängigkeit.
Reparatur ist Kreativität.
Reparatur macht Spaß.
Reparatur spart Geld und Ressourcen.

Die Initiative fordert außerdem von den Herstellern eine Reihe von Rechten ein, etwa das Recht, Eigentum zu öffnen und zu reparieren, ohne dass die Garantie erlischt, das Recht auf Quellcodes und Schaltpläne oder auf Hinweise zur Fehlerbehebung. Dazu gehört auch das Recht, eigene Reparatur-Techniker zu wählen, denen man vertraut. Oder: ganz einfach Dinge privat in den eigenen vier Wänden zu reparieren.

Unter diesem Link finden Sie das Manifest in vergrößerter Form.

Fix It!

Energieleben.at hat im Juni 2012 vier Mal auf öffentlichen Plätzen das Fix It! Zelt aufgestellt und kostenlos Reparaturen angeboten – für Fahrräder, Haushaltsgeräte, Kleidung und sogar Laptops. Am 8. Juni war Auftaktveranstaltung am Jodok-Fink-Platz in Wien Josefstadt, am 16. standen die Energieleben-Werkbänke an der U3-Endstelle Wien Ottakring, am 22. vor dem Donauzentrum in Wien Donaustadt und zum Abschluss am 23. Juni am Maurer Hauptplatz in Wien Liesing.

Die Wienerinnen und Wiener waren eingeladen, kaputte oder beschädigte Gegenstände zu bringen, die Handwerksprofis sie kostenlos reparieren konnten.

Reparieren für die Umwelt

Warum reparieren? Für die Umwelt. Denn defekte Geräte zu reparieren oder ein Bauteil zu ersetzen, kommt billiger und verbraucht deutlich weniger Ressourcen, als immer wieder neue Geräte zu kaufen.

08. 6. – Die Bilder aus der Josefstadt

16. 6. – Die Bilder aus Ottakring

22. 6. – Die Bilder aus Donaustadt

23. 6. – Die Bilder aus Liesing

 

Interviews

1 Kommentar

  1. Wie wäre es mit fix-it Workshops, wo man lernen kann, selber Dinge zu reparieren? Z.B. sowas wie: JedeR bringt einen kaputten CD-Player mit und dann zeigt einem jemand, was man alles so tun kann, um verschiedene Probleme mit einem CD-Player zu beheben. (Ich komme drauf, weil wir hier bereits 3 kaputte CD-Player haben…) Hilfe zur Selbsthilfe! Das wäre super. Dann könnte man auch in Zukunft selber schaun, was bei einem Gerät kaputt sein könnte…

    Ich finde eure Aktionen super!
    GlG,
    Hannah

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