Österreich entwickelt sich in die richtige Richtung: Der aktuelle Atomstrom-Check von Greenpeace und Global 2000 zeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der Landes-Energieversorger keine Kernenergie aus dem Ausland ankauft. Am Montag…

Österreich entwickelt sich in die richtige Richtung: Der aktuelle Atomstrom-Check von Greenpeace und Global 2000 zeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der Landes-Energieversorger keine Kernenergie aus dem Ausland ankauft. Am Montag beginnt der Anti-Atom-Gipfel der österreichischen Regierung.

In den ersten Jahren waren es zunächst Wien Energie, EVN und Bewag, die dem Geschäft mit Atomenergie eine Absage erteilten. Das Beispiel machte Schule, und Schritt für Schritt entschlossen sich immer mehr Landesenergieversorger zur Abkehr von der Atomkraft.

Ergebnis der aktuellen, von Greenpeace und GLOBAL 2000 präsentierten Studie: Der Anteil an Atomstrom bei den neun Landes-Energieversorgern und dem Verbund, der im Jahr 2010 noch bei 7 Prozent lag, ist um 43 Prozent auf aktuell 4 Prozent gesunken. Alle bis auf zwei Energieversorger kommen ohne Kernenergie im Angebot aus. 4 Prozent, das bedeutet freilich auch, dass noch immer eine Strommenge importiert wird, die der Jahresproduktion des Atomkraftwerks Krsko entspricht.

Forderung: Atomstrom-Importe verbieten

Die letzten verbliebenen Abnehmer sind laut Greenpeace und Global 2000 der Verbund-Konzern und die Kärntner Kelag. „Um diesen Unternehmen einen Strich durch ihre Rechnung und Österreich vollständig atomstromfrei zu machen, muss daher eine gesetzliche Regelung für einen Stopp von Atomstromimporten beschlossen werden. Das wäre ein echter Durchbruch im internationalen Kampf gegen die Atomkraft „, fordern GLOBAL 2000-Sprecher Reinhard Uhrig und Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof.

80% gegen die Nutzung von Kernenergie

Einer Umfrage zufolge, die im Juni 2011 von Greenpeace und GLOBAL 2000 in Auftrag gegeben wurde, sprechen sich ganze 80 Prozent der Bevölkerung entschieden gegen den Handel mit Atomstrom durch heimische Energieversorgungsunternehmen aus, 74 Prozent der Befragten befürworten sogar ein Atomstrom-Importverbot. Das ist EU-rechtlich möglich und würde zu einer geringeren Nachfrage nach Atomstrom führen.

„Atomkraftwerke sind aufgrund der horrenden Baukosten ohnehin sehr schwer finanzierbar. Je kleiner der Markt für Atomstrom wird, desto uninteressanter wird es für Investoren, Atomkraftwerke zu bauen und zu finanzieren. Die nuklearen Energieversorger verfolgen die Haltung Österreichs genau“, ergänzt Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000.

Atomstrom europaweit kennzeichnen

Die Forderung der Umweltschutzorganisationen nach einem Atomstrom-Importverbot sieht Martin Graf von der Energie-Control Austria in einem europäischen Kontext: „Die Stromversorgung wird durch
grenzüberschreitenden Austausch gewährleistet. Für eine komplette [..] Stromkennzeichnung ist eine Europäische Initiative notwendig, damit […] die Herkunft des Stroms europaweit nachvollziehbar gestaltet wird.“

Anti-Atom-Gipfel der Bundesregierung am Montag

Wie die NGOs fordert auch Christiane Brunner, Umwelt- und Energiesprecherin der Grünen, im Vorfeld des zweiten Anti-Atom-Gifpels der Bundesregierung am kommenden Montag ein Atomstrom-Importverbot. „Ein solches Verbot wäre mit einer einfachen Gesetzesnovellierung sofort umsetzbar.“ An dem Anti-Atom-Gipfel nehmen Regierungs- und NGO-Vertreter teil.

Windenergie in Österreich

Für 2012 wird ein Windkraft-Boom erwartet. Die Grünen: „Windkraft ist im Gegensatz zu Atomstrom sauber, innovativ und 100 Prozent erneuerbar und leistet einen wichtigen Beitrag zu Österreichs Energieversorgungssicherheit und Klimaschutz.“

1 Kommentar

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Verbot einer Strom-Art irgendwie EU-konform sein soll. Aber wenn es das ist, unbedingt. Wie jede Umfrage zeigt, weder brauchen wir Atoomstrom noch wollen wir ihn haben.

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