Fotocredit: Verein "Best Agers"
Fotocredit: Verein "Best Agers"
Die Plattform „i trau mi“ will Best-Ager vernetzen. Wie die Idee entstand, darüber spricht Roswitha Schaffer im Interview.

Ursprünglich sollte die Webseite „i trau mi“ Best-Agers dabei unterstützen, ihr eigenes Start-up zu gründen. Doch inzwischen ist die Plattform viel mehr als das. Rosiwtha Schaffer steht dem neu gegründeten Verein als Obfrau vor. Im Interview spricht sie darüber, welchen Weg man gemeinsam mit den Mitgliedern gehen möchte und warum es ihr so wichtig ist, das Bild von Pensionistinnen und Pensionisten zu etnstauben.

Was ist die Idee hinter „i trau mi“?

Uns als Verein geht es darum, Best-Agern zu helfen, soziale Kontakte aufzubauen und zu erhalten sowie Gemeinschaft zu schaffen. Menschen, die aus dem Arbeitsleben rausfallen, geht oft vieles verloren: Kontakte, Wertschätzung, Beachtung. Gerad da möchten wir ansetzen. Nicht jedem fällt der Übergang ins Pensionsleben nämlich leicht. Ich selber stand am Höhepunkt meiner Karriere, als man mich in Pension schickte. Ich wollte lange nicht in Pension sein, weil das Bild, das damit verbunden ist, nicht unbedingt positiv besetzt ist. Dieses Bild gehört dringend verändert. Wir möchten mit „I trau mi“ gemeinsam aktiv sein. Die Plattform soll eine Möglichkeit dafür bieten, sich auszutauschen und etwas weiterzugeben. Wir, die Generation der Babyboomer, wollen das Bild vom Altern verändern. Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur im Sport aktiv sein können, sondern auch aktiv im Geist sind.

Das Team - Fotocredit: Verein "Best Agers"
Das Team – Fotocredit: Verein „Best Agers“

Ursprünglich ging es bei „i trau mi“ aber um ein ganz anderes Ziel. Wie kam es, dass sich das geändert hat?

Gegründet wurde die Plattform ursprünglich 2018 von Nadine Izdebski. Ihre Idee war es, Best-Ager bei der Gründung ihrer eigenen Start-ups zu unterstützen. Doch nicht zuletzt durch Corona stellte sich heraus, dass dieses Business-Modell nicht aufgeht. Die Menschen brauchen in dieser Hinsicht viel weniger Unterstützung, als wir dachten. Das war nicht der Weg. Rund um sie hat sich aber eine Handvoll engagierter Menschen gruppiert, die die Idee weiterentwickeln und ausbauen wollten. So kam es im Juli zur Gründung des Vereins, der den Namen „Best Ager – Gemeinsam aktiv und lebensfroh“ trägt.

Welche Zielgruppe sprechen Sie an?

Unsere Zielgruppe sind entweder Menschen, die noch berufstätig und im Übergang zur Pension sind oder Menschen, die sich gerade in der Nach-Erwerbszeit befinden. Eine Altersbegrenzung sollte man da nicht machen, aber im Wesentlichen wollen wir Menschen ab ungefähr 55 Jahren ansprechen. Derzeit haben wir ungefähr 20 bis 25 Mitglieder und rund 500 Newsletter-Abonnenten.

Das Fotocredit: Verein "Best Agers"
Das Fotocredit: Verein „Best Agers“

Welche Projekte sind konkret geplant?

Der Verein steht derzeit ganz am Anfang. Vorstellbar sind gemeinsame Aktivitäten, bei denen es aber nicht nur um Freizeitgestaltung geht, wie bei herkömmlichen Seniorenverbänden, sondern wir wollen aktiver sein im Geist, wir wollen Weiterbildung und Weiterentwicklung im Kopf. Ein Theaterbesuch mit anschließender, aktiver Auseinandersetzung mit dem Stück, zum Beispiel. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir nachhaltige Projekte machen, bei denen wir der Gemeinschaft etwas geben. Denkbar ist beispielsweise auch, dass wir ein Projekt ins Leben rufen, bei dem wir Start-ups bei deren Gründung mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen aus dem Berufsleben unterstützen. Wohin wir uns entwickeln, werden wir erst sehen. Wir sind ja ein recht junger Verein. Das geht nicht so schnell. Schließlich sind wir ja in Pension und freiwillig engagiert. Geplant ist jedenfalls eine Austauschgruppe über Zoom zu einem bestimmten Thema jeden zweiten Donnerstag (Anmeldung unter roswitha.schaffer@itraumi.at oder unter der Telefonnummer 0676/3222020), sowie regelmäßige persönliche Treffen. Das erste wird am 25. August stattfinden – eine spezielle Stadtführung von einem Mitglied, das als Reiseführerin tätig ist.

Was möchten Sie erreichen?

Die Zielgruppe! Diese ist nämlich sehr schwierig zu erreichen, vor allem auf dem digitalen Weg. Deshalb betreibe ich auch eine Youtube-Serie, bei der ich den Menschen erkläre, wie gewisse digitale Dinge funktionieren. Ich musste das selber erst lernen. Und natürlich ersetzt das Digitale den persönlichen Kontakt nicht. Aber es schafft eine zusätzliche Möglichkeit in Zeiten, in denen der persönliche Austausch nur eingeschränkt möglich ist. Letztlich geht es mir darum, Wissen weiterzugeben und das Vorwärtsgehen vorzuleben. Darin liegt unsere Nachhaltigkeit. Wir sind relativ bekannt. Wir haben im Oktober 2019 eine Best-Ager-Messe im Alten Rathaus veranstaltet, ich war auch schon in der Karlich-Show. Es ist mir aber sehr wichtig, dass der Verein noch viel bekannter wird, auch außerhalb von Wien und Niederösterreich – am besten in ganz Österreich. Das Ganze hat schließlich einen wichtigen sozialen Hintergrund. Es geht uns ums Mitreden!

Quelle: Energieleben Redaktion

Foto: Verein „Best Ager“


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