Erst, wenn wir die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen, erlangen sie Bedeutung.

Vom Zusammenbau eines Billy-Regals bis zur Energieerzeugung aus eigenen Abfällen, also immer, wenn Menschen sich daran machen, ein Problem selbst zu lösen, werden plötzlich ungeahnte Chancen entdeckt. Die von der Wirtschaft gewünschte – und von der Politik geförderte – Praxis der Abgabe aller Tätigkeiten, ja der eigenen Infrastruktur an private Firmen und Träger macht die Bürger zu Sklaven, zu Konsumenten, die völlig hilflos und eben dumm und ohne Verantwortung handeln. Das ganze Leben der Mafia zu überlassen kann kein nachhaltiges Zukunftskonzept sein.

 

Unsere Lebensgrundlagen sind Unverkäuflich

 

Wenn Menschen ausschließlich in wirtschaftlichen Kategorien denken, sind Umsatz, Kosten und besonders die Rendite die Kategorien, die sie beschäftigen, ob bei der Energieerzeugung, der Müllabfuhr oder der Herstellung irgendwelcher Güter. So sorgen die ökonomischen Scheuklappen dafür, dass die eigentlich wichtigen Faktoren jedweden „Wirtschaftens“, die Menschen und die Mitwelt, keine Rolle spielen. Die Folgen für die Bürger sind verlorenes Geld – weil dieses aus der Kommune fließt – und Schaden an der Mitwelt, für den sie dann noch selbst aufkommen müssen, indem es über die Steuermittel geht. Letztlich verschenken sie permanent ihre Lebensgrundlage – denn Eigentum ist es nicht, weil es in Wahrheit kein Eigentum geben kann – wer soll es denn dazu erklärt haben? Alles, was zu Eigentum erklärt wird, ist Hehlerware, gestohlenes Gut. Es gehört niemandem, ist aber die Lebensgrundlage für alle Lebewesen auf diesem Planten. Mithin müssen auch wir Menschen mit dem „fremden Eigentum“, allen Ressourcen, sorgfältig und achtsam umgehen. Das geschieht bisher, sobald ökonomische Überlegungen angewandt werden, nicht mehr. Die Manager starren nur noch auf ihre Tabellen der Renditeerwartungen und die Bürger haben alle Verantwortung abgegeben und das Denken eingestellt. Dies geschieht im Übrigen auch im Bereich der „Neuen Energien“, wenn private Konzerne Landschaft und Meer mit Windrädern vollpflastern, das Land mit Solarpanelwüsten versiegeln, ohne an irgendwelche Konsequenzen für Mensch und Mitwelt zu denken.

 

Wieder selbst Verantwortung übernehmen – kann richtig stolz machen

 

Wenn Bürger aufstehen, sich gegen die Übernahme der letzten Ressourcen und Infrastrukturen, von der Wasserversorgung bis zur Abfallbeseitigung, den Krankenhäusern und dem Nahverkehr wehren und diese zurückfordern, entsteht eine ganz eigene Dynamik. Nun werden all diese ja wirklich lebenswichtigen Angelegenheiten neu durchdacht, nicht mehr nur nach dem Renditeprinzip, sondern dem Nutzen für die Gemeinschaft, zu der ganz schnell auch die Mitwelt gehört. So entdecken die Gemeinden, wie sie all ihre Abfälle eigentlich für sich nutzen können. Aus allen biogenen Resten vom Frittenfett bis zum Rasenschnitt lässt sich Energie erzeugen, als Wärme, Strom und/oder Treibstoff. Nicht nur ländliche Gemeinden wie Jühnde in Niedersachsen sondern auch Städte wie Baden-Baden entwickeln Konzepte, aus ihren eigenen Ressourcen ihre eigene Energie zu erzeugen. Städte wie München helfen Landwirten, komplett auf chemiefreie Landwirtschaft (so genannte Bio-Landwirtschaft) umzustellen, weil sie so das Grundwasser sauber halten und weniger „aufbereiten“ müssen. Durch das „Kennenlernen“ in Genossenschaften entstehen Ideen für die Versorgung und Pflege der alten Mitglieder und diese wiederum fühlen sich – nun wieder in der Gemeinschaft – fit genug, sich um die Kleinen zu kümmern. Es entstehen Projekte, wie Gebrauchsgegenstände nicht weggeworfen werden müssen, sondern entweder repariert oder eben von anderen Mitgliedern weiter genutzt werden können. Fahrgemeinschaften oder gar selbst organisierte Kleinbuslinien – Bus on demand – verringern das Verkehrsaufkommen. Kommunale Krankenhäuser kümmern sich plötzlich um die Patienten und nicht die Rendite. Kommunale genossenschaftliche Läden verkaufen mit Vorrang lokale Produkte, die wieder in kleinen und mittleren Manufakturen hergestellt werden. Es entsteht ein lokaler Stolz, mit dem Probleme, wie die kurz- oder langfristige Aufnahme von Flüchtlingen locker organisiert wird, statt, wie an vielen noch „enteigneten Orten“ den letzten Rest Eigentum verbissen zu verteidigen.

Eine stabile, autarke Gemeinschaft ist für alle Bewohner eine wirkliche „Heimat“, die es sich leisten kann, gastfreundlich zu sein. Hier können Projekte jeder Art aus der Kraft und mit den Mitteln der Gemeinschaft entwickelt und umgesetzt werden, weil das meiste „Kapital“ in der Gemeinde verbleibt und nicht mehr „abgesogen“ wird. Das gilt auch für das psychische, seelische Kapital. Solche Gemeinden, ja Städte und Regionen, brauchen am Ende auch keine „Landes- und Staatsgrenzen“ mehr, die in Wahrheit nur Wirtschaftsräume, Zollschranken bezeichnen. Dass dies keine Utopie sein muss, beweist die mehrere tausend Jahre alte Vergangenheit und die Gegenwart an zahllosen Orten weltweit.

http://www.nweurope.eu/about-the-programme/success-stories/improving-energy-production-from-waste-based-biomass/

http://www.nachhaltigleben.ch/themen/erneuerbare-energie/biomasse/biomasse-ist-eine-wichtige-energiequelle-aus-abfaellen-1810

http://www.focus.de/auto/news/lng-biomasse-dme-brauchen-wir-ueberhaupt-elektroautos-diese-wunder-treibstoffe-sollen-diesel-ersetzen_id_5191016.html

https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2015/11/BIOOEKONOMIE-FATHEUER-FDCL-2015-web.pdf

http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/technologien.html

http://www.baden-baden.de/mam/files/umwelt/umweltschutz/bad_kwk-studie.pdf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*