Einer kürzlich veröffentlichten Studie von McKinsey zufolge fallen die Preise stark für Akkus für Elektroautos bis 2020. Das ermöglicht eine breite Akzeptanz der Technologie bei KundInnen aufgrund der geringeren Anschaffungskosten.

Der größte und gewichtigste Kostenpunkt beim Erwerb eines Elektroautos ist die Batterie. Deshalb gibt es augenblicklich eine Anzahl unterschiedlicher Modelle, die den Preis für die Batterie aus dem erworbenen Fahrzeug auslagern, meist auf Mietbasis. Bezieht man das Fahrzeug inklusive der Batterie, helfen höchstens staatliche Förderprogramme einmalig bei der Kostenreduktion. Im Normalfall liegt der Anschaffungspreis eines Elektrofahrzeugs je nach Kapazität der Batterie höher oder noch höher, verglichen mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Die Beraterfirma McKinsey hat nun einen Bericht veröffentlicht, in dem sie versuchen, ein Preismodell zu entwickeln, welches die Preise für Lithium-Ionen-Akkus für Automobile bis 2025 abschätzt. Ein signifikanter Preisverfall der Batteriepreise für Elektrofahrzeuge könnte eine rasche Marktakzeptanz von Elektrofahrzeugen zur Folge haben; eine Entwicklung, die potentiell den Transport-, Energie- und Ölsektor stark beeinflussen könnte.

Die Analyse zeigt, dass der Preis für einen kompletten Lithium-Ionen-Batteriesatz von augenblicklich 500$ bis 600$ pro kWh auf etwa $200 im Jahr 2020 und $160 2025 fallen könnte. Bei Preisen um $3,50 pro Gallone Benzin bedeutet das für die USA, dass reine Elektrofahrzeuge durch die Automobilindustrie ab $250 pro kWh preislich mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren konkurrieren könnten. Dies gilt immer in Bezug auf die Gesamtkosten (Anschaffungs- plus Betriebskosten, Total Cost of Ownership) eines Autos. Hybridfahrzeuge erreichen diesen Status etwas früher, aufgrund der kleineren Batterien. Plug-In-Hybride sind wegen der notwendigen, relativ großen Batterien, sowie des komplexen Antriebsstrangs generell am kostenintensivsten. Grundsätzlich gilt aber: je höher der Benzinpreis, umso schneller und früher rentiert sich der Umstieg auf ein Elektrofahrzeug.

In der Studie wurden drei Faktoren festgemacht, die die Gesamtkosten für Elektrofahrzeuge rascher unter jene von benzinbetriebenen Fahrzeugen senken können:

  1. Skaleneffekte: Optimierungen während der Produktion sowie größere Stückzahlen repräsentieren etwa ein Drittel der potentiellen Preisreduktionen bis 2025.
  2. Geringere Preise für Halbfertigteile: Eine Reduktion von Preisen für Rohstoffe und Halbfertigteile machen etwa 25% der möglichen Kosteneinsparungen aus.
  3. Kapazitätsteigernde Technologien: Die technische Entwicklung bei Kathoden, Anoden und Elektrolyten könnte eine Kapazitätssteigerung von 80 bis 110% bis 2025 zur Folge haben. Dies repräsentiert etwa 40 bis 45% der möglichen Einsparungen.

Dabei werden viele Entwicklungen zuerst in anderen Anwendungen anzutreffen sein, wie in Handy- oder Laptopakkus.

Je nach tatsächlicher Entwicklung werden unterschiedliche Szenarien zur Anwendung kommen: Sollte der Benzinpreis weiter steigen und Batteriepreise langsamer fallen, werden Hybrid-Fahrzeuge oder Plug-In-Hybride einen bedeutenden Schub erleben; Sollten Batteriepreise rasch fallen und Bezinpreise stabil bleiben, werden batteriebetriebene Fahrzeuge bevorzugt.

Worauf die Studie leider nicht eingeht, ist die Existenz alternativer Antriebstechnologien wie Wasserstoff-Hybride.

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