Elon Musk, Chef von Tesla Motors, stellte gerade für die „Tesla Station“ ein System vor, wie binnen anderthalb Minuten die leere Batterie gegen eine volle getauscht werden kann

“Do you prefer faster, or free?” Das ist die einzige Entscheidung, die Besitzerinnen und Besitzer eines Tesla Model S in Kürze treffen müssen, wenn sie eine Tesla Station erreichen, sagt Elon Musk, CEO von Tesla Motors. Davon wird es, so der Plan, in wenigen Jahren ausreichend geben. Bis 2015 sollen 98% der Bevölkerung der USA und Teile Kanadas mit Strom für ihre Autos über das Netzwerk versorgt werden.

Eine starke Ansage, die alles bisher über die Reichweiten-Einschränkungen eines Elektroautos über den Haufen wirft. Die Reichweite des Model S in der Topausstattung beträgt etwa 430km. Dann wird ein Stop, idealerweise an der erwähnten Tesla Supercharging Station fällig. Dort kann man – wie schon bekannt – entweder gratis sein Auto in etwas über 20 Minuten aufladen, oder aber – das ist neu – gegen ein, in der Präsentation nicht näher genanntes Entgelt, die leere Batterie gegen eine identische volle tauschen lassen. Laut einem Artikel von Ars Technica wird der Preis bei $60 bis $80 liegen. Der Tausch geht schneller von statten, als es dauert, einen Audi A6 voll zu betanken. In der folgenden Präsentation versucht Elon Musk, das besonders eindrucksvoll zu beweisen.

Die Präsentation gibt es auf Vimeo anzusehen.

Gerade wenn man weite Strecken zurückzulegen hat, kommt diese Möglichkeit einem sehr gelegen. Schlägt damit das Elektroauto die Benziner auf der nächsten Front? Der übliche Benziner kann aber doch noch 200km weiter fahren, bevor er tanken muss. Das würde für die Strecke Wien – Aachen (laut Google Maps etwa 966km) für den Tesla statt eines Tankstopps zwei bedeuten. Bei einer Fahrzeit von 9 Stunden erübrigt sich aber die Frage, ob man mit dem einen Tankstopp tatsächlich sein Auslangen findet. Wer hier nicht öfters zu Pausen stehen bleibt, gefährdet sich und seine MitfahrerInnen ohnehin massiv. Für den extremen Auto-Weitreisenden mag das noch ein Kriterium sein, für Otto-Normalautofahrer eher nicht mehr.

Tesla ist in meinen Augen schon länger das Maß aller Dinge, wenn es um Elektroautos und ihren praktischen Nutzen geht. Sie behandeln die Probleme der Elektromobilität nicht nur theoretisch, sondern lösen sie. Das Versprechen, den Treibstoff für sein Auto mit dem Kaufpreis mitzubezahlen, setzt dem aber die Krone auf. Noch betritt Tesla mit jedem ihrer Modelle technologisches Neuland, und beim Preis kennt Tesla ebenfalls noch keine Grenze nach oben für NormalbürgerInnen. Der Model S ist in Österreich laut ÖAMTC ab sofort für € 55.000 in der Basisausstattung zu haben. Als Vergleich dazu: der BMW 5er kostet als Limousine ab € 43.700, den Hybrid gibt es ab € 70.760. Verglichen mit den direkten automobilen Konkurrenten gibt der Preis des Tesla in meinen Augen wieder Sinn.

Dass die Firma erfolgreich ist, zeigt sich am besten daran, dass sie es im abgelaufenen 1. Quartal 2013 in die Gewinnzone geschafft haben.

Übrigens: Das nächste Modell von Tesla, Model X, wurde schon letztes Jahr präsentiert, ist vorbestellbar und soll 2014 auf den Markt kommen.

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