Wir erleben gerade, wie auch die deutsche Regierung ihre eigene Energiewende abwürgt.

Die deutsche Regierung denkt über die Novelle des „Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG)“ nach und scheint zu planen, den Ausbau derselben erst einmal abzubremsen. Gleichzeitig steigt der CO2-Ausstoß – auch und gerade in Deutschland – und der Pegel der Flüsse, ausgerechnet im beschaulichen Bayern. Auf die wirklichen Entwicklungen und besonders deren Ursachen schaut niemand mehr, weil alle nur daran denken, der Industrie und dem „freien Markt“ zu helfen und vielleicht die Wähler irgendwie zu beruhigen. Die Wirklichkeit sieht natürlich völlig anders aus und alle reden scheinbar an dieser vorbei.

 

Worum geht es also?

 

Alle Welt verweist auf eine dringend erforderliche Energiewende und hat dabei den tatsächlichen Bedarf nicht im Blick, sondern diskutiert aktuell und besonders hitzig nur den Strombedarf. Dieser macht unter den Klimakillern jedoch gerade 20% aus und ist seit 1990  um 14% gestiegen. Mit 51% am Gesamtenergieverbrauch ist aber die Wärme beteiligt, mit einer Verringerung von 13% gegenüber 1990. 29% des Gesamtbedarfs liegen beim Verkehr, mit einem Zuwachs von 3% (zu 1990). Unser größter Klimakiller – die Wärme – verteilt sich dann mit 52% auf Raumwärme, 9% für Warmwasser und 39% für Prozesswärme in der Industrie, somit auf 44% für den privaten Sektor, 17%  Gewerbe und 39% die Industrie.

Im Bereich des Wärmebedarfs sollen die privaten Haushalte bitteschön sparen, durch eine – bautechnisch völlig unsinnige – Wärmedämmorgie, bei der die Industrie weiter subventioniert wird. Gegenüber 1990 ist hier schon einiges geschehen, allerdings in erster Linie dadurch, dass die Industrie viele Produktionszweige ins Ausland verlagert hat. Das Problem wurde global gesehen also nur verschoben.

Der nächste Bösewicht ist dann der Verkehrssektor, mit 29% am Gesamtenergiebedarf, der ist seit 1990 insgesamt um 3% gestiegen ist. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Bahn inzwischen so gut wie komplett auf Strom umgestiegen ist, die tatsächliche Fahrleistung im Güterbereich mehr und mehr auf die Straße verlegt (Steigerung um 56%) worden und die Personenfahrleistung ebenfalls um 25% angestiegen ist.

Der kleinste Bereich des Energiebedarfs, der Stromsektor ist – siehe oben – seit 1990 um 14% gestiegen, trotz aller Energiesparlampen oder sonstigen Maßnahmen. Auf diesem Feld tummeln sich jedoch seit Jahren die Kombattanten und veranstalten völlig unsinnige Maßnahmen, von Windrad-, Solarpanel- und Maiswüsten bis zu der „Wahnvorstellung“ einer Renaissance der Kernkraft.

Fazit: so geht es nicht, die Bürger werden für dumm verkauft.

 

Warum also kompliziert, wenn es doch so einfach wäre?

 

Die erste Analyse der Verhältnisse zeigt auf, dass die fossile Wärmeerzeugung gestoppt werden muss und die Versiegelung von Aufenthaltsräumen für Menschen jedenfalls keine Lösung ist.

Sodann muss sofort das Verkehrsproblem erledigt werden, weil hier zusätzlich wertvolle Landschaft – grünes speichert das CO2! – versiegelt wird, Menschen wieder vermehrt umgebracht werden und unter Stress leiden, weil sie permanent in ihrem PKW sitzen – abgesehen von den „Muttipanzern“ oder „Potenzkarossen“, also SUV`s und eben dem völlig unsinnigen LKW-Verkehr. Hier muss wirklich an der Vernunft und dem Geisteszustand der Verantwortlichen, einschließlich der PKW-Lenker gezweifelt werden – auch ohne das Klimaproblem. In diesem Sektor zeigt sich die Machtlosigkeit – oder Parteinahme – der Politik besonders krass.

Der Stromsektor schlussendlich ist in Wahrheit das kleinste Problem. Hier kann die Politik jedoch Aktivität simulieren, die der Wirtschaft möglichst wenig schadet, letztlich gar hilft. Ein Beitrag zu irgendeiner Art von sinnvoller – und für eine nachhaltige Zukunft unabdingbarer – Transformation wurde und wird bisher von niemandem geleistet, geschweige denn für die Zukunft geplant. Wind- und Solaranlagen erzeugen nur Strom, die Abwärme – bei Solarpaneelen erheblich – verpufft ungenutzt, ebenso bei fast allen privatwirtschaftlich betriebenen Biogas-BHKW`s, weil eine Wärmenutzung für den Betreiber zu aufwändig ist. Dass die letzteren ausschließlich mit Mais betrieben werden ist zudem grober Unfug.

 

Die wirklich einfache Lösung

 

Wärme macht also insgesamt 51% des Bedarfs aus, wovon die Hälfte in Form von Prozesswärme und Warmwasser permanent benötigt wird, die andere Hälfte in der Heizsaison zusätzlich. Wird diese Wärme dezentral, also nah am Bedarfsort, in Heizkraftwerken erzeugt, also z.B. mittels Gasmotoren, fällt stets zusätzlich die gleiche Menge an elektrischem Strom an. Wird also nur der Grundbedarf an Wärme derartig bedient, ist der Strombedarf vollständig abgedeckt. Dieser lässt sich zudem leicht an den akuten Bedarf anpassen. Das erforderliche Gas kann mittelfristig komplett als Biogas bereitgestellt werden. Um dieses zu erzeugen, werden zuerst alle biogenen Reststoffe eigesetzt und erst dann, wenn deren Energiemenge nicht ausreicht, können Energiepflanzen hinzugenommen werden. Merke: Die Diskussion „Tank oder Teller“ ist Unsinn, weil wir global viel zu viel Nahrungsmittel herstellen! Die restliche Wärme, im Winter wird in Heizanlagen erzeugt – am Ort des o.g. Heizkraftwerks – die mit Pellets beheizbar sind. Für die Fermentation des Biogases wird nur Ausgepresste, also flüssige Fraktion eingesetzt, der Presskuchen wird dann getrocknet und im Winter in Form von Pellets verheizt (System nach Professor Scheffer hat sich tausendfach im Grunde seit über 3000 Jahren bewährt). Somit sind der Wärme- und Strombedarf dezentral, ohne lange Überlandleitungen im vorhandenen Nieder- und Mittelspannungsnetz CO2-neutral bedient.

Der Verkehrssektor ist, wenn wir vernünftig wären, ebenso einfach zu behandeln, der Energieverbrauch – und damit der CO2-Ausstoß – sofort zu reduzieren. Im Güterverkehr werden Transitfahrten ab sofort verboten, die LKW müssen auf die Schiene. Im Nahverkehr könnte die Maut reduziert, im landesinternen Fernverkehr etwa ab 50km extrem erhöht werden. Hier kann damit ebenfalls die Schiene präferiert und die jetzige „Lagerhaltung auf der Straße“ unterbunden werden. Durch einen intensiven Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs wird der Pendlerverkehr bis 50km Entfernung von der Straße geholt. Unsinnige innerörtliche Fahrten – Stichwort Mama-Taxi – gehören sofort eingestellt und  Innenstädte verkehrsberuhigt. Nach zahlreichen Studien kann der Energiebedarf im Verkehr auf 20% des Standes von 2014 reduziert werden. Ob die Fahrzeuge dann mit Strom, Biogas, Biodiesel oder Wasserstoff  betrieben werden, ist mittelfristig lokal zu entscheiden. Benzinfahrzeuge können jedenfalls sofort mit Gas oder Ethanol fahren (geringer Umbauaufwand), was den Motoren zugute kommt. Solange der Strom im Netz noch „schmutziger Strom“ ist, ist der Aufwand der Elektromobilität nicht sinnvoll und wird ohnehin viel zu lange dauern.

Der Energiebedarf eines Staates wie Deutschland lässt sich also in längstens 10 Jahren zumindest CO2-neutral gestalten. Dagegen stehen lediglich die vitalen Interessen der Energie- sowie der Autoindustrie und damit der aktuell regierenden Politiker. Die aufgelisteten Beispiele funktionieren überall dort, wo Genossenschaften oder mindestens kommunale Gesellschaften die Projekte umsetzen. Sobald private Investoren im Spiel sind, scheitert das Konzept. Obwohl bereits gewaltige Beträge in unsinnige Projekte investiert worden sind, lässt sich das Ruder immer noch herumreißen. Heiner Geißler (Ex-CDU-Generalsekretär) hat absolut recht, wenn er immer wieder feststellt: „Wir haben Geld wie Dreck. Es liegt nur an der falschen Stelle“.

Daten zum Verkehrswahnsinn:

http://www.zeit.de/feature/pendeln-stau-arbeit-verkehr-wohnort-arbeitsweg-ballungsraeume

http://www.bund.net/themen_und_projekte/mobilitaet/

http://www.bund.net/themen_und_projekte/mobilitaet/autoverkehr/

Beispiele für Alternativen:

http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/startseite.html

http://www.energiegenossenschaften-gruenden.de/

http://www.energienetz-hamburg.de/

http://www.genossenschaften.de/bundesgesch-ftsstelle-energiegenossenschaften

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