Fotocredit: Pixabay/mrganso
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Der Blog treehugger.com befasst sich kritisch mit den physikalischen Hintergründen zur Gewinnung von Wasserstoff.

Wird Wasserstoff durch Elektrolyse gewonnen, dann handelt es sich um keinen Treibstoff, sondern um eine Batterie. Das betont der Blog treehugger.com, der darauf hinweist, dass dieser Begriff in der Berichterstattung zu dem Thema oft fälschlich verwendet wird. Kürzlich etwa veröffentlichte Fast Company einen Bericht, in dem es darum ging, dass bei der Gewinnung von Wasserstoff aus Meereswasser nun der Einsatz von speziellen beschichteten Anoden dazu führe, dass diese weit weniger schnell korrodieren. Weiters heißt es dort, dass dieser Treibstoff im Transportwesen breit eingesetzt werden könnte – vom Auto bis hin zum Flugzeug.

Doch genau an dieser Formulierung stößt sich treehugger.com. „Es stimmt schon, dass wir hier (Anm.: in Kalifornien) über viel Salzwasser verfügen. Aber das ändert nichts an der Physik oder an der Chemie, wie viel Energie es braucht, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Viel Energie, nämlich.“

Wie viel Energie ist nötig?

In weiterer Folge rechnet der Blog vor, welche thermodynamischen Voraussetzungen der Antrieb eines Toyota Mirai erfüllt: Um ein Kilo Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, sind 4,41kWh Energie nötig, dabei kommen 110 Gramm Wasserstoff heraus. Um den Tank anzufüllen, müsste man 45 Liter Wasser elektrolysieren. Der Energieaufwand dafür beträgt 200 kWh, der Mirai könnte damit 500 Kilometer zurücklegen. Das sei im Übrigen in etwa doppelt so viel Elektrizität, wie ein Tesla für dieselbe Distanz benötigt.

Um einen Mirai täglich vollzutanken, bräuchte es zum Vergleich die Elektrizität, die 265 Quadratmeter Solarpaneele erzeugen – unter Idealbedingungen in einem sehr sonnigen Gebiet und bei voller Effizienz.

Nicht wirtschaftlich

Fast 95 Prozent des Wasserstoffes werden aus Erdgas hergestellt, was es im wesentlichen zu einer fossilen Energie macht. Unterm Strich ist einen unglaublicher Energieaufwand notwendig, um den Wasserstoff zu erzeugen. Um Elektroautos mit Strom aus erneuerbarer Energie anzutreiben, sind hingegen Solarpaneele auf einer unglaublich großen Fläche nötig. Oder einige Kernkraftwerke, weshalb, so argumentiert treehugger weiter, die Nuklearindustrie ein starker Befürworter von wasserstoffbetriebenen Autos ist. Die Idee jedenfalls, dass wir Autos, Züge oder gar Flugzeuge kostengünstig mit Wasserstoff betreiben können, ist völlig unrealistisch. Dazu kommt, dass es mit Fahrrädern und Elektro-Zügen sehr gute Alternativen gibt.

Quelle: treehugger.com: „How many solar panels does it take to fill up a hydrogen car?

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