Das niederländische Ehepaar Liesbeth und Edwin ter Velde realisierten an einem ganz normalen Tage, während sie in der Küche standen und Essen zubereiteten, dass wir unglaublich viel Plastikmüll produzieren.

Als während des Kochens eine Kunststoffverpackung nach der anderen im Mistkübel landete, beschlossen die beiden, dass es reicht und dass sie etwas ändern wollten. Natürlich ist das Gebot der Stunde Einwegplastik weitestgehend zu vermeiden, doch das was bereits im Umlauf ist, kann nützliches Rohmaterial statt einfach nur Müll sein. So kam den Ter Veldes die Idee ein solarbetriebenes Fahrzeug für eine Polarexpedition aus Plastikabfall zu bauen.

Das Ganze klingt zuerst einmal recht gewagt, um nicht zu sagen verrückt. Um das Fahrzeug, das auf den Namen Solar Voyager getauft wurde, herzustellen, haben die Ter Veldes und ihr Team Plastikabfall gesammelt, gereinigt und zu Arbeitsmaterial für 3D-Drucker aufbereitet. Mit insgesamt 40 3D-Druckern wurde dann ein 16 Meter langes Fahrzeug mit einem Gewicht von knapp unter 1,5 Tonnen gedruckt. Natürlich wurde nicht das ganze Fahrzeug in einem Stück ausgedruckt, sondern es wurden kleine hexagonale Bausteine gedruckt. Vorbild für diese Struktur waren Bienenwaben, denn diese sind dünn und leicht, gleichzeitig aber robust und stabil. Das recycelte Plastikmaterial hält Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt stand.

Das Fahrzeug des Ehepaares Ter Velde besteht aus einem Wagen mit Kabine für zwei Personen und zwei Anhängern. Auf den Anhängern sind doppelseitige Solarpaneele montiert, die den Solar Voyager antreiben. Jedes dieser Paneele wiegt rund 25 Kilogramm und gemeinsam können sie bis zu 325 Watt Energie an die beiden integrierten Batterien liefern. Infrarotfenster absorbieren das Sonnenlicht und in integrierten Röhren wird Schnee zu Trinkwasser geschmolzen.

Ziel der Expedition mit dem Solar Voyager ist es die Antarktis vom Union Gletscher bis zum Südpol zu durchkreuzen. Doch die beiden Initiatoren sagten bereits von Beginn an, dass es nichts macht, sollten sie ihr endgültiges Ziel nicht erreichen. Es ging den beiden von Beginn an vor allem darum zu zeigen, dass man aus Plastikmist wertvolles Bauen kann, dass man durch Experimente und Neugier und den Mut Dinge anders zu tun, viel erreichen kann. Mit dieser Einstellung begann am 28 November 2018 die Expedition, die für eine Dauer von 30 Tagen geplant war. Den Südpol haben die Ter Veldes und ihr Team leider nicht erreicht, denn obwohl in der Antarktis gerade Sommer ist, waren sie mit ungewöhnlich starken Schneefällen und Stürmen konfrontiert und mussten ihr Vorhaben abbrechen. Auf dem YouTube Channel der Expedition, könnt ihr euch eine Art Videotagebuch ansehen und die Abenteuer der Ter Veldes verfolgen.


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Bild: Clean2Antarctica

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