Die EU-Kommission will ein neues Atomzeitalter.

Die EU-Kommission – nach dem Willen der Schöpfer der Europäischen Union bald die europäische Regierung – fordert für alle Staaten der Union eine Rückkehr zur Atomkraft mit einer neuen Förderung – aus EU-Steuergeld – und neuer Technologie, z.B. Miniatur-Kraftwerken. Hintergrund sei – neben der „bewährten effizienten Technologie“ – der Klimaschutz. Wer jetzt glaubt, in einem schlechten Film zu sitzen, unterschätzt die Macht des Geldes, der weltweit agierenden allmächtigen Lobby. Und 28 Staaten zu „überreden“ ist ja viel schwieriger – also teurer – als eine mächtige Zentralregierung.

 

Tschernobyl, Fukushima? Vergessen. Geld ist mehr wert, als Mensch und Mitwelt

 

Nirgends wurde so viel und so leicht Geld verdient, wie mit der Atomkraft. Die europäischen Atomkonzerne geraten nun einmal in eine Schieflage, wenn der von vielen Mitgliedstaaten beschlossene Ausstieg tatsächlich weiter fortgesetzt wird. Aktuell sind die „anderen Probleme“, der Klimawandel und die Flüchtlinge im Fokus der Öffentlichkeit, so dass die Gelegenheit für einen „Ausstieg aus dem Ausstieg“ perfekt ist. Die Argumente der Beschlussvorlage der Kommission sind dann auch der Klimaschutz und dessen Folgen, zu denen auch eine drohende globale Völkerwanderung gehört. Alles richtig. Doch deshalb die Förderung erneuerbarer Energien zugunsten der Atomförderung zurückzufahren ist nicht nur ökonomischer Irrsinn, sondern eine skrupellose Ignoranz. Verdient haben die – privaten – Konzerne, weil die wahren Kosten dieser Technologie sowieso nicht von ihnen getragen werden und wurden. Die astronomischen Kosten für die Forschung, die Sicherheit der Anlagen und die wahrscheinlich ohnehin unbezahlbare Beseitigung des Atommülls tragen die Steuerzahler der jeweiligen Staaten und nun auch der europäischen Union. Die strahlenden Folgen wiederum tragen die Menschen und unsere Mitwelt. Dieses Thema ist so alt, wie die Geschichte der Atomphysik.

 

Es geht nicht um Vernunft, sondern um das Gegenteil, um Geld

 

Günther Oettinger, das deutsche Mitglied der EU-Kommission war und ist einer der vehementen Antreiber der Wiedereinführung der Kernkraft. Noch als Energie-Kommissar kämpfte er gegen die Stärkung erneuerbarer Energien und für eine erhöhte Subventionierung und Förderung der Kernkraft. Gleichzeitig forderte er eine Fusion der deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE, weil diese im globalen Konkurrenzkampf einzeln zu schwach seien. Noch steht die Kartellbehörde dem entgegen, aber diese Hürde wird sicher bald auch genommen. Zumindest ist die Frage der Kosten für den bisher beschlossenen Ausstieg und die Verantwortlichkeit für die Endlagerung – der abzureißenden Kraftwerke und des Mülls – schon mal zu Gunsten der Konzerne gelöst. „Too big to fail“, das Geld der Anleger muss gerettet werden und der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern droht im Sinne des Wortes zu viel Geld zu verbrennen – man denke an die „Karbonblase“.

Es muss also viel Geld geflossen sein und Machtverlust drohen, wenn Politiker so gegen jede Vernunft handeln. Der wachsende Widerstand gegen die Kohle und der Rechtsruck bei aktuellen Wahlen – wegen der Flüchtlingsproblematik – zeigen Wirkung. Oettinger arbeitet immerhin seit 2011 – sofort nach dem Ausstiegsbeschluss der deutschen Kanzlerin – für eine Rückkehr zur Atomkraft. Und das, obwohl doch dieses Thema seit 70 Jahren in allen Facetten „ausdiskutiert“ war. Es geht auch nicht darum, Atomkraft als „Brückentechnologie“ halt noch ein bisschen weiter laufen zu lassen, sondern um einen massiven neuen Ausbau.

 

Die Bürger müssen aufwachen und die Machtkartelle auflösen

 

Die Mehrzahl aller Kraftwerke, die erneuerbare Energien nutzen, sind in der Hand der Bürger, ob als Genossenschaften oder kommunale Betriebe. Ob mit oder ohne Fördermittel müssen diese verstärkt weiter ausgebaut werden. Rentabel sind sie ohnehin, besonders dann, wenn die Energie auch selbst genutzt wird. Die Nutzer entscheiden schon lange, welche „Ware“ sie kaufen und haben damit eigentlich die Macht. Ob Kohle-, Öl- oder Atomstrom, niemand muss diese nutzen. Wenn Nationalstaat oder europäische Nation gegen die Menschen handeln, müssen sie ihnen die „Macht“ entziehen und die Gefolgschaft verweigern. Demokratie ist die Macht des Geldes und „der Großen“, niemals der Bürger, der Menschen gewesen, wie die Geschichte aller „demokratischen Staaten“ beweist. Jetzt muss ein Zeitalter der Menschen und ihrer Mitwelt beginnen, mit autarken, freien Regionen, in denen eine Machtkonzentration, wie die aktuell herrschende nicht mehr entstehen kann.

Zur Geschichte der Atomkraft

http://community.zeit.de/user/volker-marx/beitrag/2010/11/17/atomenergie-%E2%80%93-debatte-um-die-ge%C3%B6ffnete-b%C3%BCchse-der-pandora

weitere Infos zur Atompolitik der EU

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/atomkraft-eu-kommission-will-kernenergie-in-europa-staerken-a-1092584.html

https://ec.europa.eu/germany/news/kommission-ver%C3%B6ffentlicht-bericht-zur-kernenergie-der-eu_de

http://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/eu-kommission-erlaubt-26-milliarden-subvention-fur-britisches-atomkraftwerk/

http://www.deutschlandfunk.de/atomkraft-eu-kommission-im-dilemma.697.de.html?dram:article_id=348149

http://www.sonnenseite.com/de/politik/eu-kommission-sieht-strahlende-zukunft-fuer-atomkraft.html

http://www.umwelt-energie-report.de/2016/04/fanatische-anhaenger-der-atomkraft-in-der-eu-kommission/

Bisher: Europas Ausstiegspläne

http://www.faz.net/aktuell/politik/energiepolitik/atomkraft-in-europa-was-machen-die-anderen-laender-17051/frankreich-1657721.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/fukushima-und-die-folgen-fuenf-eu-laender-fordern-europaweiten-atomausstieg-a-752238.html

und die Lobby gegen den Ausstieg

http://de.atomkraftwerkeplag.wikia.com/wiki/Die_Atomlobby

https://www.lobbycontrol.de/2011/03/lesenswertes-zur-atomlobby/

http://ec.europa.eu/commission/2014-2019_de

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