Eine Familie hat ihr ganzes Haus in ein Glashaus gesetzt.

Schweden ist einfach ein schönes Land, wenn es bloß nicht so kühl wäre. Die Heizsaison dauert lange und der Anbau vieler Obst- und Gemüsesorten ist äußerst schwierig. Doch die innovativen Schweden wissen so einiges über Dämmung und wie man Glashäuser baut. Wieso also nicht das ganze Haus unter ein Glashaus setzen? So sind die Heizkosten niedriger und man kann das ganze Jahr Gemüse und Obst anbauen, sogar Sorten, die sonst im rauen skandinavischen Klima nie wachsen würden.

Marie Granmar und Charles Sacilotto haben sich ein typisches Sommerhaus im Stockholmer Schärengarten gekauft. Die Gegend ist wunderschön, doch im Winter wäre das relativ schlecht isolierte Häuschen wohl etwas ungemütlich. Also haben sich die beiden ein Konzept des Architekten Bengt Warne zu Nutze gemacht und ein Glashaus um ihr Heim gebaut. Das Glashaus besteht aus vier Millimeter dickem Glas und hat knapp 80.000 Euro gekostet.

Glashaus_bengtwarneWarnes ursprüngliche Idee zum sogenannten Naturhus, zu Deutsch Naturhaus, ist Sonnenenergie zu sammeln, um Energie zu produzieren, Wasser zu reinigen und Kompost zu generieren und das im kühlen Klima Mittelschwedens. Das Granmar-Sacilotto-Haus ist mit einem eigenen Wassermanagement-System ausgestattet, Regenwasser wird gesammelt, aufbereitet und sowohl im Haushalt als auch zum Pflanzengießen verwendet. Eine Urinseparationstoilette sorgt dafür, dass die Flüssigkeit gefiltert und für die Bewässerung verwendet werden kann, während die festen Bestandteile kompostiert werden. Während der Tagesstunden erwärmt sich das Haus durch die Sonneneinstrahlung, der steinige Untergrund speichert die Wärme und so wird es auch in den Abend- und Nachtstunden nicht kalt.

Wenn es im Herbst draußen kälter wird und die meisten Schweden zuhause bereits den Kachelofen anheizen, sitzt die Familie Granmar-Sacilotto noch immer auf der großen Dachterrasse und genießt Tomaten, Feigen, Weintrauben und andere mediterrane Köstlichkeiten aus eigenem Anbau.

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Bild: Holger Ellgaard; Bengt Warne

 

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