Eine neue Studie die normale PV-Freiflächen-Anlagen untersucht hat zeigt: Ganz normale PV-Freiflächen Solarparks können auch ohne spezielle Agri-PV-Gestelle als Weideland genutzt werden.

Photovoltaik und Landwirtschaft müssen sich nicht ausschließen, das bestätigen neue Forschungsergebnisse aus Deutschland. Eine aktuelle Studie zeigt, dass konventionelle Solarparks ohne spezielle Agri‑PV‑Konstruktionen problemlos als Weideland genutzt werden können. Damit eröffnet sich ein zusätzlicher Weg, um Flächen doppelt zu nutzen, Biodiversität zu stärken und gleichzeitig erneuerbaren Strom zu erzeugen.

Solarparks funktionieren als Weideland – auch ohne Agri‑PV

Lange galt: Wer Landwirtschaft und Photovoltaik kombinieren will, braucht spezielle Agri‑PV‑Gestelle, die höher gebaut sind und Maschinenverkehr ermöglichen. Die neue Studie des Forschungsprojekts Sonne sammeln zeigt jedoch ein anderes Bild.

Im Abschlussbericht heißt es:

„Die Beweidung von Solarparks ist grundsätzlich möglich und kann zur Pflege der Flächen beitragen.“

Schafe eignen sich besonders gut, da sie sich sicher zwischen den Modulreihen bewegen, die Vegetation kurz halten und kaum Schäden verursachen. Auch Ziegen und bestimmte Rinderrassen sind mit angepasstem Zaun- und Schutzkonzept möglich.

Ergebnisse der Studie: Landwirtschaft und PV ergänzen sich

Die Untersuchung von über 20 Solarparks zeigt mehrere Vorteile:

  • Pflege statt Mähen: Schafe ersetzen mechanische Pflege, reduzieren Kosten und CO₂‑Emissionen.
  • Biodiversität steigt: Weniger häufiges Mähen und strukturreiche Vegetation fördern Insekten und Bodenleben.
  • Robuste Flächen: Die Beweidung verhindert Verbuschung und hält die Flächen langfristig nutzbar.
  • Geringe Konflikte: Schäden an Kabeln oder Modulen sind selten und lassen sich durch einfache Maßnahmen vermeiden.

Fazit: Normale Solarparks können, ohne große Umbauten, als Weideland genutzt werden.

Warum das wichtig ist: Flächen doppelt nutzen

Mit dem Ausbau der Photovoltaik wächst mancherorts der Druck auf landwirtschaftliche Flächen. Die Studie zeigt, dass Solarparks nicht zwangsläufig Flächen „verbrauchen“, sondern neue Nutzungsformen ermöglichen:

  • Energieerzeugung und Landwirtschaft gleichzeitig
  • zusätzliche Einnahmen für Betriebe
  • ökologische Aufwertung statt Versiegelung
  • regionale Wertschöpfung durch Pflege und Stromproduktion

Für Kommunen und Betreiber bedeutet das: Solarparks können landwirtschaftlich integriert werden, statt als reine Energieflächen zu gelten.

Praxisbeispiele aus der Studie

Mehrere Betreiber setzen bereits auf Schafbeweidung:

  • In Bayern pflegen Wanderschäfer große Solarparks saisonal.
  • In Brandenburg werden PV‑Flächen mit Heidschnucken beweidet.
  • In Baden‑Württemberg testen Landwirte die Kombination aus PV und Mutterkuhhaltung.

In Ratten in der Steiermark weiden Schafe unter den Modulen der PV‑Anlage, und auch in der Schafflerhofstraße in Wien pflegen Tiere eine der größten Photovoltaikanlagen des Landes.

Die Erfahrungen zeigen: Mit guter Planung – etwa ausreichend breiten Reihen, stabilen Zäunen und Schattenplätzen – funktioniert die Kombination zuverlässig.

Ausblick: Ein Baustein für die Energiewende

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Sonne sammeln“ machen deutlich: Solarparks können mehr sein als reine Energieflächen. Sie können zu Pflegeflächen, Biodiversitätsräumen und landwirtschaftlichen Nutzflächen werden.

Für die Energiewende bedeutet das:

  • weniger Flächenkonflikte
  • höhere Akzeptanz
  • mehr regionale Wertschöpfung
  • ökologische Vorteile statt Belastungen

Die Kombination aus Photovoltaik und Weideland könnte damit ein wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energie werden, besonders in Regionen, in denen Flächen knapp sind.


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Bild: Wien Energie/Marvin Sailer