Der „Europäische Fleischatlas“ der Heinrich Böll Stiftung zeigt eine interessante Entwicklung auf: Unser Nachbarland Deutschland wird zum größten Fleisch-Exporteur der Welt.

Österreicher und ihr Schnitzel – das ist ein gern gezeigtes Bild. Jeder Österreicher verzehrt auch pro Jahr 66,4 Kilogramm Fleisch, davon 63% Schweinernes. Mit anderen Worten, mindestens 3 Mal pro Woche liegt beim Durschnittsösterreicher Schweinefleisch auf dem Teller.

In Deutschland ist die Situation nicht viel anders. 60 Kilogramm Fleisch isst ein Deutscher pro Jahr, im Laufe seines Lebens 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. 85% der Deutschen essen täglich oder nahezu täglich Fleisch. Eine entsprechende „fleischverarbeitende Industrie“ – und eine entsprechende „Fleischproduktion“ – sind da nicht weit. Der Anteil von Fleisch aus artgerechter Haltung liegt zwischen 1 und 4 Prozent.

Fleischexporteur Nummer 1

Trotz des großen Eigenverbrauchs hat Deutschland 2011 die USA in der Menge der Fleischexporte überholt. Filetstücke bleiben im Land, der weniger beliebte Rest wird in andere Länder verkauft. Beim Geflügel ist es das Brustfleisch, das in Deutschland bleibt, der Rest wird abtransportiert. Oft zerhackt und besonders günstig, sodass in manchen Abnehmerländern die lokalen Produzenten der Konkurrenz preislich nicht gewachsen sind – ein Beispiel für diesen Effekt ist Ghana.
Neben dem wirtschaftlichen Aspekt noch der ökologische: Die Tiermast mit Futterbedarf, Überdüngung und Abfallproduktion trägt bekanntermaßen besonders zur Produktion von Treibhausgasen bei.

Daten und Fakten dazu gibt es im Fleischatlas der Heinrich Böll Stiftung.

Bild: Cover „Fleischatlas“ der Heinrich Böll Stiftung

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