Das Projekt Pig-Vision hat sieben Monate lang das Leben von zwei Schweinen dokumentiert. Zwei Brüder deren Leben nicht unterschiedlicher hätte verlaufen können. Erleben Sie das Leid von X15 in der ganz normalen Tierindustrie und das Leben seines Bruders Jackpot, der in Freiheit aufwachsen durfte.

Das Leben von Schweinen in der Tierindustrie

Über die heutige Art der Tierhaltung gibt es immer wieder schockierende Meldungen. Tierschutzorganisationen prangern die unhaltbaren Zustände, die sowohl Mensch und Tier als auch der Umwelt schaden an und fordern Verbesserungen bei der Tierhaltung.

Die Fleischindustrie wehrt diese Vorwürfe jedoch stets ab und spricht von vereinzelten schwarzen Schafen in der Tierindustrie.

Weit entfernt von sensationslüsterner Skandaljournalismus entstand vor etwa drei Jahren die Aktion PIG VISION. Eine Dokumentation über die Abläufe in der Schweinhaltung. Gezeigt wird keines der sogenannten „schwarzen Schafe“ aber auch kein Musterbetrieb – einfach der ganz normale Alltag in der Schweinehaltung.

Pig Vision – Zusammenfassung als Kurzfilm

2 Brüder – 2 Leben – 2 Schicksale

Nicht jeder hat Zeit und Muße, all die vielen interessanten Infos, die es auf dem Blog www.pig-vision.com zu finden gibt, nachzulesen. Deshalb wurden die damaligen Aufnahmen jetzt zu einem neuen Kurzfilm verarbeitet.

Während des Projekt entstand – alles selbstverständlich mit Einverständnis aller Beteiligten (Tierarzt, Schweinemäster, Schlachter, etc.) – sehr viel Videomaterial, das einen unverfälschten Einblick in den mitleidslosen Alltag der Tiernutzungsindustrie ermöglicht. Gleichzeitig wurde eine Alternative gezeigt: Tiere einfach leben zu lassen – um ihrer selbst willen.

Der Trailer auf  YouTube gibt einen ersten Eindruck

Mitgearbeitet an diesem Projekt hat ein lieber Freund von mir – Michael Hartl, der auch mit seinem privaten Projekt „Experiment Selbstversorgung“ mein Interesse geweckt hat.

Mit Michael Hartl (Koordinator von United Creatures) durfte ich  ein kurzes Interview führen:

Ihr selbst schreibt auf Eurer Website, dass die Bilder vor zwei bis drei Jahren entstanden sind. Ist das was ihr zeigt dann nicht veraltet?

“Es wäre schön, wenn es auch nur bei einem einzigen der gezeigten Dinge so wäre…. Kastration ohne Betäubung, sehr frühe Trennung der Ferkel von der Mutter, trostlose Haltungsbedingungen und Vorschriften für Tiertransporte und die Schlachtung haben sich nicht verändert. Auch die Muttertiere werden nach wie vor in Metallkäfigen fixiert, so dass sie sich so gut wie nicht bewegen können. Und das obwohl das seit Anfang März diesen Jahres in Österreich verboten ist. Aber eben leider mit einer tierindustriefreundlichen Übergangsregelung bis 2033.”

Es gibt ja bei weitem brutalere Aufnahmen und skandalösere Zustände in der Tierhaltung. Warum habt ihr nicht solche genommen?

“Uns ging es nicht darum, abzuschrecken. Wir von UNITED CREATURES versuchen generell, Menschen zu einem tiefgehenden Nachdenkprozess anzuregen. Dies funktioniert selten über Schockwirkungen. Wir wollten auch bei PIG VISION ganz bewusst den Normalfall zeigen. Weder einen Musterbetrieb, noch den schlimmsten Betrieb, der uns hätte filmen lassen.

Das alles, was in dem neuen Film zu sehen ist, leider dem Alltag der Tiernutzer*innen entspricht, zeigt, dass sie sich alle haben filmen lassen. Denn aus ihrer Sicht machen sie nichts schlimmes – sie befolgen ja alle Gesetze.”

Du hast mir vorhin gesagt, dass es sich bei dem Stall um einen konventionellen handelt – ist die Biohaltung von Schweinen besser?

“Kommt darauf an, was man sich ansieht. das BIO Gütesiegel eines Produktes bezieht sich in allererster weise auf die bessere Verträglichkeit für den Menschen und höhere Umweltverträglichkeit in der Produktion. Tierschutzaspekte gibt es zwar auch, aber die sind minimal.

Es gibt in der BIO-Haltung in einzelnen Bereichen klarerweise graduelle Verbesserungen, was aber bei den Zuständen in der konventionellen Tierhaltung nicht so schwer ist. Und so gibt es auch bei der Biohaltung genug Kritikpunkte.

Wenn wir aber nicht die Haltung ansehen, sondern Transport und Schlachtung, dann fällt auf, dass es keine Bio-Transporter gibt. Oder Bio-Schlachthöfe. Das Ende sieht bei beiden gleich aus.

Und dieses vom Mensch für die Befriedigung seines Gaumenkitzels herbeigeführte Ende, eine stressvolle, oft mit Schmerzen verbundene Tötung, ist es, die wir uns im Prinzip ansehen sollten. In dem Punkt, dass ein fühlendes, kluges, neugieriges und lebenshungriges Individuum ohne Notwendigkeit getötet wird, ein Leben unwiederbringlich ausgelöscht wird, ist sich jede Tierhaltung und –tötung gleich.”

Jackpot und X15

Erleben Sie das Leid von X15 und das schöne Leben seines Bruders Jackpot, der in Freiheit aufwachsen durfte!

Den gesamten 15-Minuten-Film plus weiterer Hintergrundinformationen finden Sie unter www.pig-vision.com/derfilm/ Natürlich gibt es den Film auch direkt auf YouTube.
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1 Kommentar

  1. Ich wollte ecegntliih nur mal Hallo sagen. Euren Blog finde ich fundiert geschrieben und interessant. Auch wenn Ihr im Moment keine Themen behandelt, die mich interessieren. Ich betreibe selbst einen Blog zum Thema Weltmusik. Im Moment interessiere ich mich ffcr kurdische Musik vielleicht gibt es ja mal dcberschneidungen zwischen Eurer und meiner Arbeit.Bis dahin Mirjam

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