Viel mehr öffentlicher Raum soll in Vilnius in Zeiten von Corona und den damit einhergehenden Gesundheitsmaßnahmen für die Gastro zur Verfügung stehen. Fotocredit: © Dominique Knobben / Pixabay
Viel mehr öffentlicher Raum soll in Vilnius in Zeiten von Corona und den damit einhergehenden Gesundheitsmaßnahmen für die Gastro zur Verfügung stehen. Fotocredit: © Dominique Knobben / Pixabay
Masken, Handschuhe, Abstand: Die Gesundheitsmaßnahmen der letzten Monate waren vielfältig. Sie haben aber auch neue Ideen in den Städten hervorgebracht. Vilnius beispielsweise setzt jetzt auf Freiluft-Gastronomie.

Die Hauptstadt Vilnius ist mit etwa 570.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Litauens. Um sowohl der Bevölkerung als auch den von der Krise und ihren Maßnahmen gebeutelten Gastronomen diesen Sommer wieder eine Perspektive zu ermöglichen, hat sich Vilnius etwas Besonders einfallen lassen, um die Gastronomie wieder zum Laufen zu bringen und dabei den gesundheitlichen Anforderungen zu entsprechen. 

Gesundheitsmaßnahmen bleiben aufrecht

Der Bürgermeister von Vilnius, Remigijus Šimašius, möchte seine Stadt nämlich in ein „großes Freiluft-Café“ verwandeln. Er sieht darin eine wichtige Maßnahme, die es den Restaurants ermöglicht, wieder Kunden zu bedienen, ohne damit Gesundheitsrisiken im Hinblick auf COVID-19 in Kauf zu nehmen. In der malerischen Altstadt von Vilnius mit ihren engen Kopfsteinpflasterstraßen und bunt gestrichenen Gebäuden gehören Tische und Stühle vor Cafés auf dem Gehsteig zwar zum gewohnten Bild, aber Šimašius hat Größeres vor: Er möchte, dass auch Parks, gepflasterte Plätze, Parkplätze und abgesperrte Straßen den Restaurants und Cafés zur Verfügung gestellt werden. Mehr als 200 Unternehmen hätten laut Auskunft des Bürgermeisters bereits beantragt, ihre Tische und Restaurants nach draußen zu verlegen, was die Stadt plane, rasch zu genehmigen. Der Beschluss wird vor allem damit begründet, dass es laut Infektionsexperten im Freien prinzipiell viel schwieriger sei, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, wenn die Menschen Abstand halten. Der Mindestabstand zwischen den Tischen bleibt draußen daher auch in Vilnius genauso gegeben, wie bestehende Gesundheitsmaßnahmen, zu denen es gehört, dass das Personal Masken und Handschuhe tragen soll. 

Auch andere Städte finden neue Lösungen

Auch andere Städte reagieren auf die geänderten Bedingungen, die Corona in unseren Alltag gebracht hat. In Wien beispielsweise, wo seit Beginn der Einschränkungen und der anhaltenden Maskenpflicht in Öffentlichen Verkehrsmitteln der Radverkehr deutlich angestiegen ist, wurden Verkehrswege auf Zeit für das zusätzliche Fahrradaufkommen ausgewiesen. Drei Pop-up Radwege gibt es mittlerweile in der Stadt: Einen auf der Praterstraße, einen auf der Wagramerstraße und einen ganzen Kilometer lang ist der dritte temporäre Radweg der Stadt, der von der Oberen Donaustraße über die gesamte Hörlgasse bis zur Universitätsstraße führt. Auch in der israelischen Stadt Tel Aviv wird auf die Umwandlung von Verkehrsflächen gesetzt: Fußgänger und Radfahrer sollen mehr Platz bekommen. Ihnen sollen zukünftig ganze elf zusätzliche Straßenabschnitte vorbehalten sein.  

Quellen: cbc.ca, juedische-allgemeine.de, wien.orf.at  / Foto: © Dominique Knobben / Pixabay  


Mehr zu Architektur

Wir berichten über architektonische Fortschritte, unterschiedliche Baumaterialien und Entwicklungen in Richtung umweltfreundlicher Bauweisen. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.