Die Diskussion um die Szenarien der Energiewende dreht sich immer nur um Wind- und Solarenergie. Warum? Weil da wieder die großen Konzerne involviert sind und nicht kleine Betreibergesellschaften. Eine dezentrale…
Die Diskussion um die Szenarien der Energiewende dreht sich immer nur um Wind- und Solarenergie. Warum? Weil da wieder die großen Konzerne involviert sind und nicht kleine Betreibergesellschaften.

Eine dezentrale Lösung mit vielen kleinen Heizkraftwerken isteine ebenso schnell umsetzbare und wesentlich sinnvollere Lösung, bei der die ganzen aufgehäuften Probleme und Kosten nicht auftreten.

Die isolierte Lösung des Stromproblems führt in die Irre

Alle Ansätze, Hals über Kopf die Atomkraft durch eine regenerative Lösung zu ersetzenbringen am Ende die gleichen Fehler der Vergangenheit mit sich: uneffiziente zentraleGroßanlagen mit einem Hochspannungsnetz verbunden.

„Probleme kann man niemals mitderselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“, stellte Albert Einstein fest. Diese Großkraftwerke, riesige Windparks oder das Mammutprojekt „Desertec“ können aber nur von den kapitalkräftigen Energieriesen umgesetzt werden, idealerweise noch mit staatlicher Hilfe. Die Chancen einer nachhaltigen Energiewende sind damit vertan.

Dass in den Industriestaaten vorrangig Wärme gebraucht wird, nämlich mit mindestens 50% des Energiebedarfs, gegenüber nur 20% als Strom, wird außer Acht gelassen. Diese Wärme wird zur Zeit in Millionen kleinen Anlagen aus Öl, Gas und Kohle gewonnen, also absolut klimaschädigend. Gleichzeitig geben die „fossilen Groß“- Kraftwerke, und dieKernkraftanlagen ihre Abwärme ungenutzt in die Umwelt ab. Ein völlig verrücktes System der Ressourcenverschwendung wird letztlich weiter betrieben. Auch Wind- und Solaranlagen erzeugen lediglich Strom, keine nutzbare Wärme.

Gleichzeitige Erzeugung und Nutzung von Strom und Wärme ist die Lösung

Ein ganz normales Blockheizkraftwerk (BHKW), ob mit Erdgas, Biogas oder mit Diesel (Biodiesel) betrieben, erzeugt bis zu 45% Wärme und 45% Strom. Ein Einfamilienhaus benötigt im Schnitt im Jahr 30.000 Kilowattstunden (KWh) Wärme und nur 6.000 Kilowattstunden Strom. Das BHKW wird also immer mehr Strom erzeugen, als verbrauchtwird.

Ein Heizkraftwerk, das mit trockener Biomasse, zum Beispiel Holz, betrieben wird wie das Biomassekraftwerk in Wien Simmering, kann mit einer angeschlossenen ORC-Turbine (Organic-Rancine-Cicle) neben der Wärme auch bis zu 20% Strom erzeugen. Hier würde der Wärme- und Strombedarf parallel gedeckt sein.

Grundsätzlich bedeutet dies aber, das bei einer KWK-Wärmeerzeugung, bei der eben gleichzeitig auch Strom produziert wird, bei Deckung des gesamten Wärmebedarfs automatisch die insgesamt erforderliche Strommenge automatisch anfällt.

Gleichzeitigwird der Energierohstoff, der „Input“ zu fast 100% genutzt und nicht verschwendet wie bisher, wenn die Abwärme bei der Stromproduktion ungenutzt verschwindet, oder bei der Wärmeerzeugung die Wärme nicht künstlich heruntergekühlt wird, mit Wärmetauschern von bis zu 500°C im Brenner auf maximal 95°C im Wärmenetz. Diese Wärmedifferenz, die „verschwendete Wärmeenergie“, kann zur Stromerzeugung herangezogen werden.

Energie sparen beginnt bei der Energieerzeugung

Man kann wenige Prozente an Strom einsparen, indem man giftige Energiesparlampen einsetzt. Man kann aber auch sofort, auf der Stelle, Millionen an Kilowattstunden sparen, indem man den Strom effizient erzeugt.

Der Umstieg von zentralen Energievernichtern (Kraftwerken) auf dezentrale Heiz- und Blockheizkraftwerke würde sofort die Hälfte der insgesamt eingesetzten Energie einsparen, egal ob in Form von Gas, Öl oder Kohle. Wenn dann noch – so schnell wie möglich – als Rohstoff Biomasse eingesetzt wird, sind alle fossilen
Rohstoffe komplett ersetzt, und auch die Kernenergie.

Besteht diese Biomasse in erster Linie aus Reststoffen, die bisher ungenutzt, mit zusätzlichen Kosten entsorgt werden, beginnt die Energieerzeugung intelligent zu werden. Nach verschiedenen Studien und Berechnungenmuss nur recht wenig Ackerland genutzt werden, um zusätzlich Energiepflanzen anzubauen. Da dieses Ackerland in naher Zukunft ohnehin anders als bisher genutzt wird, weil die Agrarsubventionen komplett gestrichen werden – laut Vorstoß des FDP-Politikers und Ministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Niebel – sollte es kein Problem mehr sein, genügend Flächen zu finden. Die Bauern in der dritten Welt werden es danken, weil sie ihre Produkte auf den heimischen Märkten wieder anbieten können. Wo also ist das Problem, die nachhaltige Lösung anzugehen?

Auch fossiles Erdgas taugt als Brückentechnologie

Erdgas ist Biogas, das mit Erdöl vor vielen Millionen Jahren entstand, mit einem Methananteil von 97%. Der CO2 – Ausstoß beim Verbrennen ist geringer, als bei Öl oder Kohle und die Gaskraftwerke lassen sich gut steuern, dem Bedarf anpassen. Vor allem aber kann schon begonnen werden, die Abwärme zumindest teilweise, in unmittelbarer Nähe zu nutzen. Nach und nach wachsen dann weitere, kleinere Kraftwerke (BHKWs), lokal und in Ortsnähe nach und ersetzen am Ende die Großanlage. Biogas wird vielerortsauch in das Erdgasnetz eingespeist.

Biogas hat einen Methananteil von bis zu 62% und kann auf 97% „reformiert“, also gereinigt werden, so dass der Anteil des fossilenGases ebenfalls nach und nach verringert werden kann. Der Klimaschaden wird dadurchschrittweise zurückgeführt. Einige Studien der EU belegen, dass das gesamte Erdgas in den deutschen, ja sogar den europäischen Netzen durch Biogas ersetzt werden kann, ohne die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden. Ob und in welchem Umfang dann noch Windparks und Solarpaneele benötigt werden, wird man sehen.
Große Stromtrassen von Windparks in der Nordsee, die bisher ohnehin nicht gebaut werden, sind zumindest überflüssig. Atomkraft in jedem Fall sofort.

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