Screenshot TED Talk - Graham Hill
Screenshot TED Talk - Graham Hill
Graham Hill, der Gründer der Nachhaltigkeits-Plattform treehugger.com und der Plattform LifeEdited.com, hat mit der New York Times über seinen Lebensstil und über Platzbedarf im modernen Leben gesprochen.

Graham Hill lebt mit einem kleinen ökologischen Fußabdruck, und das aus Überzeugung.

Im Interview mit der New York Times wie auch schon zuvor in seinem „TED-Talk“ erzählt der Treehugger-Gründer von seiner Wohnung. Graham Hill lebt auf weniger als 40 Quadratmetern – mit einem Bett, das man an die Wand hochklappen kann, mit funktionalen, minimalistischen Möblen. Er hat sechs Hemden und zehn Essschüsseln. Sein Tisch lässt sich vergrößern, wenn er Gäste hat. Er besitzt keine CDs und keine DVDs, und nur noch ein Zehntel seiner früher ansehnlichen Büchersammlung.

Startup-Geld

In den späten 90ern sah das noch anders aus. Da hatte Hill nach dem Verkauf eines Internet-Startups Geld im Überfluss. Er lebte in einem großen Haus in Seattle, später einem Loft in New York, mit Autos, teuren Möbeln, Markenmode und Unmengen von Elektronik.

Doch der Erfolg und der Luxus schmeckten schal. Ein neues Handy? Na und. Ein weiteres Auto? Okay. Noch mehr Gadgets? Gut, gut. Doch Hills Leben war unnötig kompliziert; der Besitz fühlte sich an wie überschüssiges Gepäck; er hatte, wie er sagt, nichts Sinnvolles zu tun; und um sein Haus oder sein Loft mit Leben zu erfüllen, suchte er sich Mitbewohner. Die Organisation des gemeinsamen Lebens war dann eine weitere Belastung.

Unzufrieden auf hohem Niveau

Dabei war und ist Graham Hill durchaus klar, dass er zu den Glücklichen gehörte. Unzufriedenheit auf hohem Niveau, ohne Mangel. Trotzdem fühlte er sich befreit, als er sein Haus in Seattle mit allem Drum, Dran und Drin loswurde.

Dieses Erlebnis wird untermauert durch die Ergebnisse einer Studie der Universität von Kalifornien: dafür wurden 32 Mittelschicht-Familien in Los Angeles beobachtet und entdeckt, dass alle Stresshormone der Familienmütter höchste Werte erreichten, wenn sie sich mit materiellem Besitz befassten.

Mehr Platz für weniger Leute

Das durchschnittliche US-amerikanische Haus hatte 1950 eine Grundfläche von 91 Quadratmetern für durchschnittlich 3,37 Personen. 2011 waren es nur noch durchschnittlich 2,6 Personen, dafür auf 230,4 Quadratmetern! Ein Amerikaner braucht heute dreimal so viel Platz wie vor 60 Jahren. Und selbst der genügt nicht, daher gibt es eine ganz neue Branche: Storage-Anbieter, die kubikmeterweise Lagerraum vermieten, um all den Besitz sicher unterzubringen, der einfach nur im Weg ist.

Und noch viel mehr wird weggeworfen.

Etwa: 40% der Nahrungsmittel.

Macht diese Konsumkultur die Amerikaner glücklicher? Grahem Hill bezweifelt das. Und hat für sich selbst die Entscheidung getroffen: weg mit dem Überflüssigen.

Leben mit wenig

Der Auslöser dafür war eine Liebe, eine Beziehung zu einer Frau aus Andorra. Als ihr Visum ablief und sie die USA verlassen musste, folgte er ihr nach Barcelona. Sie wohnten klein, und dann ließen sie selbst diese kleine Wohnung zurück und reisten um die Welt, nach Bangkok, nach Buenos Aires und nach Toronto.

Hill arbeitete in dieser Zeit sehr produktiv. Sein „Büro“ hatte Platz in seinem Rucksack, die Energie für seinen Laptop bezog er aus Solarzellen. Er fühlte sich frei und vermisste nichts. In dieser Zeit entstand auch sein berühmtestes Projekt, die Nachhaltigkeits-Plattform treehugger.com.

Die Beziehung endete schließlich, das neue Leben nicht. Graham Hill lebt auch heute noch klein und reist mit leichtem Gepäck. Er hat mehr Zeit und mehr freies Geld. Er behält seinen ökologischen Fußabdruck im Auge und reist möglichst klimaschonend. Und er ist überzeugt: Das beste Leben ist nicht das mit den meisten Sachen darin, sondern das mit den besten Beziehungen zu Menschen, den reichsten Erfahrungen und der sinnstiftendsten Arbeit.

Graham Hill über weniger Besitz:

Mehr Platz

Mehr Nachhaltigkeit

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