Immer öfter können wir heutzutage eine bedenkliche Entwicklung unserer Gesellschaft beobachten: steigende Arzt- und Psychiater-Besuchsraten und immer häufigere Krankenstände. Die Folgen einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen unter…

Immer öfter können wir heutzutage eine bedenkliche Entwicklung unserer Gesellschaft beobachten: steigende Arzt- und Psychiater-Besuchsraten und immer häufigere Krankenstände. Die Folgen einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen unter Stress, Überbelastung und schlechter Ernährung leiden.

Eine internationale NPO, die sich Slow Food nennt, stellt sich – mit zunehmendem Erfolg – seit mehr als 20 Jahren gegen dieses Phänomen.

Was ist Slow Food?
Slow Food ist eine öko-gastronomische, von Mitgliedern unterstützte Non-Profit Organisation, eine internationale Bewegung von und für Menschen, die sich gegen eine Kultur der Hektik, der Beschleunigung, kurz des „Fast Life“ wehren wollen. Dem hektischen Treiben der modernen Zeit wird eine Philosophie des Genusses und ein langsamer, bewusster Lebensstil entgegengesetzt.
Die Bewegung, die ihre Wurzeln im italienischen Bra hat, wurde 1989 in Paris mit der Unterzeichnung des Gründungsmanifests durch Delegierte aus 15 Nationen gegründet.

Slow Food bei der Mahlzeit
Eine geruhsame und ausgedehnte Lebensfreude, aber auch die Wertschätzung der Geselligkeit sind die grundlegenden Prinzipien, auf denen die Initiative beruht.
Das Netzwerk hat erkannt, dass der Genuss des gemeinsamen Essens, täglich oder anlässlich eines Festes, das beste Bindemittel ist, das es gibt: bei einem gemeinsamen Essen verbrüdern sich auch die unterschiedlichsten Menschen. Deshalb wird gleich bei Tisch mit Slow Food begonnen – als Antwort auf die Verflachung durch Fastfood wird die geschmackliche Vielfalt lokaler Gerichte entdeckt und gefördert.
Durch Informationsarbeit, Verkostungen, Geschmacksschulungen, Veranstaltungen, usw. versucht Slow Food bei Erwachsenen und Kindern ein Bewusstsein für Qualität, Aroma, Duft und Geschmack von originalen Produkten zu schaffen.

Über den Tellerrand hinausgeblickt
Doch Slow Food geht es nicht nur um die Mahlzeit an sich, die Bewegung blickt ganz im Gegenteil weit über den Tellerrand hinaus:
Sie fördert eine verantwortungsvolle Landwirtschaft und Fischerei, eine artgerechte Viehzucht und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt. Außerdem bringt die Organisation Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt und macht so den Ernährungsmarkt transparent.
Slow Food steht außerdem für politische Lobbyarbeit: Engagement im Umweltschutz und Verbraucherschutz im Lebensmittelbereich sind die Leitworte der politischen Aktivität.

Slow Food vor Ort
Mittlerweile hat die Organisation über 100 000 Mitglieder in über 150 Ländern – von einem derartigen Erfolg hätten die ersten Gründerväter wohl kaum zu träumen gewagt. Auch in Österreich ist Slow Food vertreten, über 1000 Mitglieder haben sich hierzulande der Organistaion angeschlossen.
Die regionalen Slow Food Gruppennennen sich Convivien. Das Convivium ist sozusagen die Basisstruktur der Bewegung, innerhalb derer die Mitglieder in geselliger, freundschaftlicher Form die Philosophie von Slow Food verwirklichen und zur Förderung der Ess- und Trinkkultur beitragen. Die Convivien sind die Orte, an dem Slow Food „gelebt“ wird. Hier finden die unterschiedlichsten konkreten Aktionen bzw. Aktivitäten (Degustationen, Kochkurse, Konferenzen über Fragen der Ernährung, usw.) statt.

Almanach
Erst vor kurzem ist der Jahres-Almanach der Slow Food Bewegung erschienen: Auf 122 Seiten kann sich jeder Leser informieren, wie die Bewegung arbeitet. Außerdem werden Projekte und Aktivitäten rund um den Globus vorgestellt. Eine interessante und spannende Lektüre für jeden, der nach Entschleunigung und bewussten Genuss sucht. Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf der Website von Slow Food Austria näher informieren.

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