Macondo – der klangvolle Name stammt aus Gabriel García Márquez‘ Roman „100 Jahre Einsamkeit“. In Wien Simmering bezeichnet er ein Urban Gardening Projekt, das Immigranten, Flüchtlinge und idealerweise auch Anwohner…

Macondo – der klangvolle Name stammt aus Gabriel García Márquez‘ Roman „100 Jahre Einsamkeit“. In Wien Simmering bezeichnet er ein Urban Gardening Projekt, das Immigranten, Flüchtlinge und idealerweise auch Anwohner zu einer Gemeinschaft zusammenschweißen soll.

Die Familie Buendía aus Gabriel García Márquez‘ Roman stammt aus der erfundenen Stadt Macondo. Ihr Vorbild soll, so heißt es, die tatsächliche Heimatstadt des Autors sein, die küstennah gelegene kolumbianische Stadt Aracataca. Macondo ist auch das Bantu-Wort für Banane.

Heimat und Bananen

Bananen wachsen in Wien Simmering so schnell keine. Aber das Gartenprojekt Macondo sollte Heimat werden für die Menschen, die dort ihre Zeit und ihren Arbeitseinsatz investieren, um einen Gemeinschaftsgarten anzulegen und zu pflegen. Urban Gardening – der Trend, der die Gärten in die Stadt zurückbringen und neues Gemeinschaftsgefühl stiftet – ist der Hintergrund des Wiener Integrationsprojekts aus dem Portfolio des Vereins Gartenpolylog.

Das Wiener Macondo ist eine Ansiedlung auf dem ehemaligen Kasernengelände von Simmering. Fast 3.000 Einwanderer und Flüchtlinge aus 22 Ländern leben hier zwischen Ostautobahn und Donauufer.

Die ersten kamen aus Chile, schon zu Zeiten des Diktators Pinochet. Damals funktionierte die Idee der Gemeinschaft auch noch sehr gut. Man teilte eine Vergangenheit, eine Kultur und einen Grund, aus dem man hierher ins ferne Österreich gezogen war. Heute ist das bei 22 Herkunftsnationen natürlich etwas schwieriger. Und so leben die Menschen oft typisch städtisch – mit anderen Worten, mehr neben- als miteinander.

Urban Gardening

Platz genug ist vorhanden auf dem alten Kasernengelände, nun geht es nur noch darum, die Interessierten zusammenzubringen und eine Gartenlandschaft zu setzen und zu pflegen. Sich selbst mit hochwertiger Nahrung versorgen zu können ist ein guter Anreiz. Ebenso die neuen Erfahrungen, die durch Urban Gardening gesammelt werden können. Die Nähe zur Natur und das Erlebnis, die Früchte der eigenen Arbeit wachsen zu sehen und zu ernten, ist beim Leben in der Stadt keine Selbstverständlichkeit. Besonders für Kinder ist diese Naherfahrung zur Natur eine besondere Bereicherung. Positive Angebote, die auch Schritt für Schritt angenommen werden und im Wiener „Macondo“ ein neues Gemeinschaftsgefühl aufkommen lassen.

Das Projekt des Gartenpolylogs nennt sich „Life on Earth – ein Garten für alle in Macondo“, und ist mit einem eigenen Blog im Internet vertreten. Mit-Gärtner sind jederzeit willkommen.

Kontakt:
MACONDO
Zinnergasse 29, 1110 Wien
Anfahrt: 73A / Kaserne

E-Mail: nachbarschaftsgarten.macondo@gmail.com


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