Wasseramsel - Fotocredit: Pixabay/mirokola
Wasseramsel - Fotocredit: Pixabay/mirokola
Forscher der britischen Universität Cardiff konnten erstmals nachweisen, wie Mikroplastik über die Nahrungskette in die heimische Wasseramsel gelangt.

Forscher der britischen Universität Cardiff fanden heraus, dass Vögel, die an Flüssen leben, pro Tag bis zu 200 Mikroplastik-Teilchen aufnehmen. Untersucht haben sie dies anhand der Wasseramsel. Dass Vögel und Tiere im Allgemeinen, die am Meer oder an Land leben, Mikroplastik aufnehmen, ist hinlänglich bekannt. Darüber, wie die Mikroplastikteilchen, also Plastikteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind, von den Vögeln aufgenommen werden, wusste man bislang aber recht wenig.

Bei der Studie untersuchten die Forscher das Verhalten der Wasseramsel, eines Vogels, der sich vorwiegend von Insekten ernährt, die in Süßwasser-Flüssen leben. Von diesen Insekten weiß man, dass sie große Mengen an Mikroplastik enthalten. Die Wasseramsel wurde zudem lange Zeit als wesentlicher Umwelt-Indikator angesehen.

Anhand für den Nachwuchs hochgewürgter Kügelchen und Kot der Tiere analysierten die Forscher die Menge an Mikroplastik, die die Vögel zu sich genommen hatten. Von 166 Proben von erwachsenen Tieren und von Nestlingen, die an 14 verschiedenen Orten entnommen wurden, enthielten die Hälfte Fragmente von Mikroplastik. In städtischen Bereichen lag die Konzentration höher. Das Mikroplastik stammte aus synthetischen Textilien und aus Bauschutt.

Die Wasseramsel lebt nahe von Wohngebieten

Dass so viele Insekten, die in Flüssen leben, mit Mikroplastik kontaminiert sind, macht es sehr wahrscheinlich, dass auch andere Tierarten, die sich von diesen Insekten ernähren, Mikroplastik in sich tragen. Die Studie sei aber die erste, die diesen Transfer bei wildlebenden Tieren nachweisen konnte.

So bestürzt die Forscher über dieses Ergebnis auch sind, so sehr hoffen sie, dass die Studie ein Umdenken in Sachen Plastikmüll in der Nähe von Wohngebieten bewirkt. Bilder von exotischen Tieren wie die von Walen, deren Mägen voll Plastikmüll sind, von Schildkröten mit einem Strohhalm im Nasenloch und von Seepferdchen, die ein Wattestäbchen umklammern, suggerieren, dass das Plastikmüll-Problem weit, weit weg von uns stattfindet. Dabei finge das eigentliche Problem bereits bei uns zu Hause an, betonen die Forscher. Die einzige Lösung liege darin, dass die Plastikproduktion reduziert werde, dass Einweg-Plastik eingeschränkt wird und dass Mehrwegverpackungen sich durchsetzen.

Quelle: „River Birds Ingest Up to 200 Microplastic Pieces Daily“; „Food web transfer of plastics to an apex riverine predator

Foto: Pixabay/mirokola


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