Ein neuer digitaler 3D-Atlas zeigt Spurenstoffe im Ozean. Dafür arbeiten weltweit mehr als 30 Institute aus 10 Ländern an dem Projekt Geotraces. Gemeinsam spüren sie  Quellen und Verbreitungspfade von Stoffen…

Ein neuer digitaler 3D-Atlas zeigt Spurenstoffe im Ozean. Dafür arbeiten weltweit mehr als 30 Institute aus 10 Ländern an dem Projekt Geotraces. Gemeinsam spüren sie  Quellen und Verbreitungspfade von Stoffen wie Blei, Cadmium, Phosphate oder Nitrate auf. Bisher wurden über 25.000 Wasserproben auf mehr als 200 Stoffe untersucht. Erste Ergebnisse liegen bereits für Atlantik, Arktis und den Indischen Ozean vor. Ziel des Projektes ist es u. a., herauszufinden, wie Klimawandel und menschliches Handeln Eintrag und Verbreitung von Nähr-, Schad- und Spurenstoffen im Meer beeinflussen.

Schadstoffen auf der Spur

Im 3D-Atlas von Geotraces ist z. B. zu sehen, dass eine hohe Cadmium-Konzentration entlang der südamerikanischen Atlantik-Küste vorliegt. Dies ist aber wohl nicht etwa auf eine erhöhte Umweltverschmutzung zurückzuführen, sondern Folge des Zusammenspiels verschiedener Meeresströmungen. Doch auch Umweltsünden – selbst wenn diese bereits relativ lange zurückliegen – werden in den 3D-Darstellungen sichtbar. Der Atlantik wird z. B. in 500 bis 2.000 Metern Tiefe von Blei durchzogen, das vor der Einführung des bleifreien Benzins aus Europa und Amerika eingetragen wurde.

Wirkung umweltpolitischer Maßnahmen

 

Gerade am Beispiel Blei macht der 3D-Atlas auch die positiven Auswirkungen umweltpolitischer Maßnahmen sichtbar. Wasserschichten oberhalb von 500 Metern Wassertiefe weisen einen wesentlich niedrigeren Gehalt an Blei auf. Es sind minimale Konzentrationen von Eintragungen, die nach dem Verbot bleihaltigen Benzins auftraten und sich mit den tiefer liegenden Wasserschichten noch nicht vermischt haben.

Auf dem Youtube-Kanal des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, ist eine Auswahl an 3D-Animationen zu sehen, beispielsweise zu Cadmium im Atlantik: https://www.youtube.com/watch?v=p837BTdONik&list=PLFCwd9Up8tvCVgBBy6a1vujbswDpATvBS

Bild: Blei-Konzentrationen im Atlantik, Grafik: Reiner Schlitzer, Alfred-Wegener-Institut

Quelle: http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/eisen_cadmium_blei_co_neuer_3d_atlas_macht_spurenmetalle_im_ozean_sichtbar/?cHash=ef442a8c4dbd2b25a085922c65f0eb0a

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