pioneers of change
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Was sind Pioniere des Wandels? Und wozu braucht es sie?

Schon immer gab es mutige Frauen und Männer, die an die Grenzen des Bekannten gegangen sind, um Neues zu entdecken. Das kann in vielen Bereichen passieren: geografisch, wissenschaftlich, technisch, etc. Diese neuen Entdeckungen haben oft eine große Veränderung in der Gesellschaft, in den Menschen ausgelöst. Aber welche Relevanz haben Pioniere in der heutigen Zeit und für die gegenwärtige Situation auf der Welt?

Schon vor einigen Jahrzehnten begann Joanna Macy über den Wandel, einer Art nächsten großen Revolution zu schreiben. Sie und auch viele Andere in diesem Bereich meinen, dass nach der landwirtschaftlichen Revolution und der industriellen Revolution nun die nächste große Revolution im Gange ist. Eine Art grüne Revolution, oder wie Joanna Macy es bezeichnet: „The Great Turning“.

Pioneers of Change

Aus der Idee, die Pioniere dieser Revolution, dieses anstehenden Wandels zu unterstützen, ihnen Mut zu machen und sie zu vernetzen, sind die Pioneers of Change im Jahre 2010 in Wien als Teil der plenum GmbH, der Gesellschaft für ganzheitlich nachhaltige Entwicklung, entstanden. Die InitiatorInnen Martin Kirchner, Alfred Strigl und Sylvia Brezel haben hierfür einen Lerngang entwickelt, wo über ein Jahr verteilt die TeilnehmerInnen begleitet werden, ihre Ideen, Träume und Projekte in die Welt zu bringen. In den letzten sieben Jahren ist aus den AbsolventInnen und vielen anderen Menschen nun ein Netzwerk aus Menschen entstanden, die gemeinsam neue Wege für die Zukunft begehen. Inzwischen hat sich dieses Netzwerk sogar als eigener Verein weiterentwickelt.

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Weiterentwicklung des Lerngangs

Entwickelt wurde der Lerngang als Unterstützung für soziales Unternehmertum (social entrepreneurship), also mit speziellem Fokus auf das Umsetzen von Projekten, die entweder bereits vor dem Lerngang als Idee oder auch schon teilweise umgesetzt existiert haben, oder währenddessen entwickelt wurden. Über die inzwischen sieben Jahre des Bestehens wurde der Schwerpunkt erweitert, um Menschen generell zu unterstützen, den Wandel in die Welt zu bringen. Das muss nicht das eigene große, neue Projekt sein, sondern kann auch das Erkennen der eigenen Richtung, der eigenen Aufgabe im Leben sein, was auch bedeuten kann, dass man bei anderen bestehenden Projekten mitwirkt.

Außerdem bekommt der Aspekt der inneren Haltung immer größere Wichtigkeit, um den TeilnehmerInnen Werkzeuge mitzugeben, auch auf sich selbst und seine Bedürfnisse zu achten, und nicht im Prozess des Welt-verändern-wollens auszubrennen. Hiermit soll unter anderem die immer größer werdende Problematik des Ausbrennens in der Wandel-Gesellschaft thematisiert werden.

Es soll in dem Zusammenhang zusätzlich behandelt werden, dass diese Arbeit, die Pioniere des Wandels leisten, es wert sind auch monetär entsprechend gewürdigt zu werden.

Neue Bildungsangebote

Zusätzlich zum Lerngang der über ein Jahr läuft werden immer wieder zusätzliche Angebote entwickelt, die sich meist in kleinerem Rahmen dem selben Thema annehmen. Dies war unter Anderem die freie Workshopreihe InSights, wo in nur fünf Abenden einzelne kleine Aspekte des Lerngangs in verkürzter Form behandelt wurden. Es ging darum zu betrachten, was man bereits alles geschafft hat, was schon alles da ist, wo es hingehen soll, und was die nächsten Schritte sein können.

Nachdem ich alle fünf dieser Abende besucht habe bin ich echt beeindruckt, wie auch so kleine niederschwellige Impulse schon sehr viel bewirken können. Es war eine Art Gruppencoaching, um den eigenen Weg klarer herauszuarbeiten und zu sehen. Dementsprechend wundert es mich nicht, dass so viele inspirierende Projekte von AbsolventInnen des Lerngangs entstanden sind.

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TeilnehmerInnen

Die TeilnehmerInnen benötigen keine Vorbildung, sie verbindet aber meist ein Bewusstsein, dass sich etwas grundlegend ändern muss, und gleichzeitig die fehlende Klarheit darüber, ob es möglich ist und wie. Es sind durchwegs Menschen, die aktiv werden wollen, in der Welt etwas zu verändern.

Wachsen und Inspiration

Als Teil des Lerngangs wird zum Abschluss des Ausbildungsjahres ein Fest veranstaltet, wo die TeilnehmerInnen ihre entwickelten Projekte und Ideen präsentieren, bzw. ihre Erkenntnisse des Jahres teilen. Dieses „pioneers go public“ ist einerseits für die TeilnehmerInnen als Reflexion und Anerkennung ihrer Leistungen gedacht, aber auch um die entwickelten Ideen in die Öffentlichkeit zu tragen, um weitere Menschen damit zu erreichen, zu inspirieren, und einen Austausch zu ermöglichen. Dieses Jahr läuft diese Feier unter dem Motto „Ohne Masken Ball“, um darauf aufmerksam zu machen, welche Masken wir tragen, und auch dass sich Menschen ohne ihre Masken mit ihren Fehlern zeigen können. Die Schönheit liegt dabei darin, dass es eben nicht perfekt ist, dafür aber auf alle Fälle gut genug, um den nächsten Schritt zu wagen, ins Tun zu kommen. Diese Einstellung ist für Pionierarbeit unerlässlich.

Außerdem startet dieses Jahr auch der Versuch, über eine Onlinekonferenz noch mehr Leute zu erreichen und mit vielen Interviews von Menschen, die ihren Weg bereits gehen, auch weitere zu inspirieren, ihr Wandeln zu leben.

Kooperationen

Der Verein hat sich über die Jahre sehr gut mit anderen ähnlichen Initiativen in ganz Europa vernetzt. Er ist Teil des International Partnership for Transformative Learning und z.B. stark verknüpft mit der Deutschen Schwestern-Vereinigung Akademie für Visionautik. Das drück sich unter Anderem dadurch aus, dass regelmäßig bei Seminaren und Lerngängen Austausch-Teilnahmen stattfinden, um aktiv voneinander und den Erkenntnissen und Methoden zu lernen. Weitere ähnliche Initiativen sind die kaospilots in der Schweiz oder die knowmads in Holland.

 

Quellen:

http://pioneersofchange.at/
http://www.pioneersofchange-summit.org/
http://www.knowmads.nl/
http://visionautik.de/?lang=de
http://www.kaospilots.ch/kaospilots.html
http://www.hostingtransformation.eu/
http://www.joannamacy.net/

Bildquellen:

alle Bilder: Pioneers of Change

 

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