Ernährung  

An diesen Gütesiegeln erkennt man Qualitätsfleisch

Die wichtigsten Gütesiegel für Fleisch auf einen Blick

Ich esse nicht viel Fleisch und wenn, dann achte ich auf gute Qualität! Zu viele Dokumentationen über konventionelle Tierhaltung, Hormone und Gammelfleisch habe ich schon gesehen. Doch was bedeutet bei Fleisch eigentlich „gute Qualität“? Wonach kann man sich richten? Welche Gütesiegel gibt es, und was bedeuten sie genau? Hier kommt mein kleiner „Fleischguide“:



Die unterschiedlichen Gütesiegel für Lebensmittel

Als Konsument ist es oft sehr schwierig bei dem Dschungel an Gütesiegeln herauszufinden, was diese bedeuten. In Österreich sind grundsätzlich vier Gütezeichen für Lebensmittel anerkannt: AMA-Gütesiegel, AMA-Biosiegel, ÖGE-Gütezeichen und Austria Gütezeichen. Die ersten beiden finden ausschließlich im Lebensmittelbereich Verwendung und werden seit 1992 per Gesetz geregelt. Das AMA-Gütesiegel steht für Produkte mit ausgezeichneter Qualität, nachvollziehbarer Herkunft und unabhängigen Kontrollen, beim Biosiegel kommt noch der biologische Faktor dazu.

Das ÖGE-Gütezeichen steht für nährstoffoptimierte Speisenqualität in der Gemeinschaftsverpflegung und das Austria Gütezeichen wird neben dem Lebensmittelbereich auch für Dienstleistungen und Non-Food Produkte vergeben und garantiert heimische Qualität. 

Auf EU-Ebene sind zusätzlich noch vier weitere Zeichen anerkannt: das EU-Bio-Logo, die „Geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g.U.), die „Geschützte Geografische Angabe“ (g.g.A.) und „Garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.). Lebensmittel, bei denen alle Produktionsschritte in einem abgegrenzten Gebiet erfolgen bekommen die Ursprungsbezeichnung. Erfolgt wenigstens einer der Schritte in solch einem Gebiet ist es die geografische Angabe. Ist das Erzeugnis aus traditioneller Zusammensetzung oder traditionellem Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren, handelt es sich um eine „Garantiert traditionelle Spezialität“. Das EU-Bio-Logo kennzeichnet biologisch produzierte Lebensmittel, die nach den Richtlinien der EU-Verordnungen hergestellt werden.

Basis-Siegel für Qualitätsfleisch

Beim Fleisch wird grundsätzlich zwischen „Frischfleisch“ und „Fleischprodukten“ unterschieden. Grundsätzlich können beide oben genannte Siegel tragen. Beispiele für Fleischprodukte mit geschützter geografischer Angabe sind zum Beispiel Gailtaler Speck und Tiroler Speck.

Für den Bereich „Frischfleisch“ gibt es das AMA-Gütesiegel für Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Lammfleisch. Diese erfüllen sämtliche Kriterien der jeweiligen AMA-Gütesiegel-Richtlinie und können noch zusätzliche Bestimmungen des Programmbetreibers aufweisen. Dazu aber später noch mehr.

Weiters kann für biologisch produziertes „Frischfleisch“ das AMA-Biosiegel für Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch und Geflügelfleisch vergeben werden.

Zusätzliche Siegel für Fleisch

Neben diesen „Basis-Siegeln“, die ja gerade noch überschaubar sind, gibt es noch eine Vielzahl an Siegeln die noch zusätzliche Bestimmungen eines Herstellers oder Programmbetreibers aufweisen. Über 100 solcher Siegel findet man mit einer kurzen Beschreibung bei Konsument. Hier habe ich einige die am häufigsten auf Fleisch und Fleischprodukten  zu finden sind zusammen gefasst:

  • A/A+A – das Siegel mit der österreichischen Flagge findet man bei Billa. „Bei Artikeln, die am Regal mit „A“ gekennzeichnet sind, erfolgt die Wertschöpfung des Produktes zu mindestens 50 Prozent in Österreich. Damit muss mindestens die Hälfte der Be- und Verarbeitungskosten in Österreich anfallen. Bei Lebensmitteln, die am Regal mit „A+A“ gekennzeichnet sind, erfolgt die Wertschöpfung zu 100 Prozent in Österreich. Die Be- und Verarbeitung findet somit in Österreich statt, und es werden heimische Inhaltstoffe/Zutaten (2 Prozent Toleranzgrenze z.B. bei Gewürzen) verwendet.“
  • Bauernhof Garantie – Noch ein Siegel von Billa / Rewe Konzern. „Die Produkte entsprechen den gesetzlichen Mindestanforderungen. Darüber hinaus ist die Herkunft des Fleisches nachvollziehbar. Auf jeder Fleischpackung mit diesem Zeichen finden sich der Name und die Anschrift des Bauern, von dem das Fleisch stammt. Es wird garantiert, dass Geflügel, Schweine und Rinder in Österreich geboren (geschlüpft), gemästet und geschlachtet wurden.“
  • Bio Austria – „Produkte mit dieser Kennzeichnung erfüllen die Anforderungen der EU-Bio-Verordnungen sowie der Bio-Richtlinien des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codex). Darüber hinaus gelten die Richtlinien des Vereins Bio Austria. So gelten z.B. hinsichtlich Düngung, Tierhaltung, Futtermittel und Verarbeitung über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehende Anforderungen.“
  • Demeter – „Die Produkte entsprechen den EU-Bio-Verordnungen und dem Österreichischen Lebensmittelbuch (Codex). Darüber hinaus gelten die Demeter-Richtlinien. Im Zentrum steht die biodynamische Wirtschaftsweise (irdische und kosmische Lebenszusammenhänge und Rhythmen werden berücksichtigt). Es gibt spezielle Regelungen beim Pflanzenbau und in der Tierhaltung. So ist z.B. die Enthornung der Rinder verboten. Die Verwendung von Zusatzstoffen ist eingeschränkt und es bestehen Regelungen zur umweltschonenden Verpackung.“
  • Gentechnik-frei erzeugt – „Es gelten das Österreichische Lebensmittelbuch (Codex) mit der Richtlinie zur Definition der gentechnikfreien Produktion von Lebensmitteln und deren Kennzeichnung sowie zusätzliche Regelungen der ARGE Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel. Zu den Kriterien zählen u.a.: Die ausgezeichneten Lebensmittel dürfen weder aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen, noch diese enthalten. Bei ihrer Herstellung ebenso wie bei der Produktion all ihrer Zusatzstoffe dürfen keine gentechnischen Verfahren eingesetzt werden. Bei tierischen Produkten müssen auch die Futtermittel kontrolliert gentechnik-frei sein.“
  • Ja!Natürlich – die Bio-Eigenmarke von Rewe „Produziert wird nach den Richtlinien der EU-Bio-Verordnungen und den Bio-Richtlinien des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codex). Zusätzlich gelten eigene Kriterien. So gibt es z.B. weitere Einschränkungen bei Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. Auch strengere Bestimmungen im Bereich Tierhaltung sowie bei der Verarbeitung der Rohstoffe werden eingehalten.“
  • Schirnhofer – „Qualitätskriterien sind u.a.: Das Fleisch kommt zu 100 Prozent aus Österreich. Es gibt strenge Richtlinien bei Fütterung und Medikamenteneinsatz (Positivlisten), schonende und stressfreie Schlachtung der Tiere, Zerlegung und Weiterverarbeitung auf dem betriebseigenen Schlachthof. Für Bio-Produkte gelten weitere Anforderungen. Wurst- und Schinkenprodukte tragen zusätzlich das AMA-Gütesiegel“
  • Spar Natur pur – „Es gelten die EU-Bio-Verordnungen und die Bio-Richtlinien des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codex). Darüber hinaus gibt es z.B. strengere Grenzwerte, spezielle Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Umweltschutz (insbesondere bei der Verpackung) sowie stärkere Einschränkungen bei Pflanzen- und Lagerschutzmitteln. Bei Frischeiern gelten besondere Standards.“
  • Tann – „Tann Frischfleisch ist im Handel mit dem AMA-Gütesiegel versehen. Die Tiere sind in Österreich geboren und werden hier gemästet, geschlachtet und verarbeitet. Bei den verarbeiteten Produkten (Wurst, Schinken) gilt dieselbe Herkunftsgarantie. Nicht alle Produkte tragen das AMA-Gütesiegel. Dieses darf nur geführt werden, wenn neben der österreichischen Herkunft auch noch die AMA-Richtlinie zur Verarbeitung der Produkte eingehalten wird.“
  • Zurück zum Ursprung – „Die Produkte entsprechen den EU-Bio-Verordnungen, den Bio-Richtlinien des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codex) sowie dem „Prüf nach“-Biostandard, der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Wichtig sind Regionalität – die wertgebenden Zutaten bzw. Rohstoffe kommen aus Österreich –, Lebensmittelqualität und artgerechte Tierhaltung. Der auf jedem Produkt befindliche CO2-Fußabdruck gibt an, wie viel CO2 bei der Produktion im Vergleich zu einem herkömmlichen Lebensmittel eingespart wurde.“

Ganz schön viele Siegel, auf die man hier achten kann. Im Grunde unterscheiden Sie sich jedoch nur geringfügig, man muss also nicht alle Details im Kopf behalten. Am besten für die Umwelt sind jedenfalls regionale Produkte, die im Idealfall auch noch aus biologischer Landwirtschaft stammen. Achtet man auf diese beiden Grundsätze hat man schon viel für die Welt und seine Gesundheit getan!

Quellen:
https://www.lebensmittel-guetezeichen.at
https://www.konsument.at/guetezeichen
https://www.bmnt.gv.at/land/lebensmittel/qs-lebensmittel/lebensmittelqualitaet/guetezeichenhomepage.html

Bilder/Fotograf: 
Photo von Lukas Budimaier auf Unsplash
Photo von 
Jez Timms auf Unsplash

Ulrike Göbl, MA

Die nebenberufliche Fitness- und Ernährungstrainerin beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und alternativen Lebensweisen. 2010 begann die begeisterte Hobbyköchin ihren Foodblog „Fit & Glücklich“. Dort vereint sie ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. 2015 hat sie auch ein Kochbuch zum Thema „Clean Eating“ geschrieben.

Ulli, 09.03.2018
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