Wenn man an Bonsais denkt, entstehen bei den meisten vor dem inneren Auge vermutlich solche Bilder. Eine ähnliche Technik kann mit Daisugi aber auch im viel größeren Stil angewandt werden. Fotocredit: © Ilona Ilyés/Pixabay
Wenn man an Bonsais denkt, entstehen bei den meisten vor dem inneren Auge vermutlich solche Bilder. Eine ähnliche Technik kann mit Daisugi aber auch im viel größeren Stil angewandt werden. Fotocredit: © Ilona Ilyés/Pixabay
Es ist eine Technik, die in Japan schon seit dem 14. Jahrhundert eingesetzt wird und die im großen Stil an Bonsai-Bäumchen erinnert. Daisugi wird die Art und Weise genannt, Holz zu gewinnen, ohne dass dafür der ganze Baum gefällt werden muss.

Den Begriff „Bonsai-Baum“ kennen vermutlich viele Menschen. Dabei handelt es sich um Bäume, die mittels bestimmter Gartengestaltungsmaßnahmen so gezogen werden, dass sie in ihrem Wuchs begrenzt sind. Man kennt die kleinen, magisch anmutenden Bäumchen in kleinen Töpfen bzw. Schalen genauso wie im Garten. Wer sich einmal kurz das Inhaltsverzeichnis des Wikipedia-Artikels zum Thema „Bonsai“ zu Gemüte führt, der wird schnell feststellen, warum Bonsai auch als eine Art Kunstform gilt. Denn die ursprünglich vermutlich in China entstandene Technik erfordert sehr viel mehr als schlicht einen grünen Daumen. Für klassische Bonsais, deren wörtliche Übersetzung so viel wie „Landschaft in der Schale“ bedeutet, die von herausragender Qualität sind, kann man daher schon einmal mit ein paar tausend Euro Anschaffungskosten rechnen.

In Region Kitayama wurde Daisugi entwickelt

In Japan etablierte sich diese Gartenkunst bereits vor etwa tausend Jahren, als buddhistische Mönche die Bonsai-Technik in ihr Land brachten. Während es bei klassischen Bonsais vor allem darum geht, die Bäume so klein wie möglich zu halten, erfanden die Japaner im 14. Jahrhundert eine daran angelehnte Forsttechnik, die an großen Bäumen zur Anwendung kommt und ihresgleichen sucht. Ihr Name ist Daisugi und wir finden sie nicht nur deshalb so unglaublich spannend, weil das Ergebnis von surreal märchenhafter Schönheit ist. Denn die Technik ist nicht aus ästhetischen Gründen entstanden, sondern wurde um 1300 in der japanischen Region Kitayama entwickelt, um hunderte Jahre lang nachwachsende Rohstoffe zu produzieren. In dem Fall das begehrte Zedernholz. 

Bei klassischen Daisugi-Bäumen wirkt es, als würden aus einem alten Baum viele neue Bäume wachsen. Fotocredit: © By Bernard Gagnon – Own work, via CC BY-SA 3.0 (1)
Bei klassischen Daisugi-Bäumen wirkt es, als würden aus einem alten Baum viele neue Bäume wachsen. Fotocredit: © By Bernard Gagnon – Own work, via CC BY-SA 3.0

Daisugi: Holz flexibler und stärker als normales Zedernholz 

So können aus einer nach Daisugi beschnittenen Zeder etwa hundert Triebe wachsen, deren Holz nach etwa 20 Jahren geerntet werden kann. Die parallel wachsenden Triebe sorgen so dafür, dass eine Zeder 200 oder sogar 300 Jahre nachhaltig Holz produzieren kann. Möglich wird das dadurch, dass die Bäume in relativ kurzen Abständen ganz behutsam von Hand so beschnitten werden, dass immer nur die obersten Zweige auf dem Baum erhalten bleiben. Daraus wachsen absolut gerade und gänzlich astfreie Triebe in die Höhe, wodurch ein Daisugi-Baum so anmutet, dass quasi mehrere Bäume aus einem einzigen Zedernbaum herauswachsen. Heute findet man die eleganten Dasugi Zedern häufig in Ziergärten, aber die Technik ist auch in der Bauwirtschaft weiterhin gefragt. Denn das mit dieser Forsttechnik gewonnene Holz eignet sich aufgrund seiner geraden Form, seinen ästhetischen und vor allem aufgrund seiner flexibleren sowie stärkeren Eigenschaften im Vergleich zu herkömmlichen Zedernholz beispielsweise ideal für Balken.

Quelle: daswetter.com, boredpanda.com, mein-schoener-garten.de / Fotocredits: © Ilona Ilyés/Pixabay (1), Bernard Gagnon via © CC BY-SA 3.0 (1)


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