Das Dokudrama „The Age of Stupid“ kam 2009 in die Kinos um wachzurütteln. Es stellt die Menschheit vor die Frage: Warum tut ihr nichts? Wir schreiben das Jahr 2055. Die…

Das Dokudrama „The Age of Stupid“ kam 2009 in die Kinos um wachzurütteln. Es stellt die Menschheit vor die Frage: Warum tut ihr nichts?

Wir schreiben das Jahr 2055. Die Welt ist eine einzige, riesige Narbe des Klimawandels. Das 2 Grad-Ziel konnte nicht eingehalten werden. London ist überflutet, das Matterhorn ist frei von Schnee, Las Vegas unter der Wüste versunken. Neben Naturkatastrophen haben Kriege um die letzten verbleibenden Ressourcen die Menschheit auf „Restbestände“ dezimiert.

Warum rennen wir mit offenen Augen ins verderben?

In diesem trostlosen Szenario wurde eine Bibliothek der Menschheit errichtet. In einem riesigen Turm sind alle Kunstschätze gelagert, außerdem jeder Film, der jemals gedreht und jedes Buch das jemals geschrieben wurde. Der Archivar, gespielt von Oscarpreisträger Pete Postlethwaite (Im Namen des Vaters, Die üblichen Verdächtigen), sieht sich alte Aufzeichnungen an und fragt sich, warum die Menschheit nichts unternommen hatte und mit offenen Augen ins Verderben gerannt ist.

Die Aufzeichnungen sind dabei Originalbeiträge aus Nachrichtensendungen und Dokumentationen. Und auch die portraitierten Menschen erzählen ihre wahren Geschichten: Der junge Inder, der eine Billig-Airline ins Leben ruft; die Kinder, die aus dem Irak fliehen mussten und ihren älteren Bruder suchen; der Amerikaner, der ehemals für eine Ölfirma gearbeitet hat und in den Fluten des Hurrikans Katrina seine Nachbarn rettet; der englische Umweltaktivist, der für die Errichtung von Windparks kämpft und gegen Menschen ankommen muss, die sich Sorgen machen um den „schönen Ausblick“; die junge Afrikanerin, die Medizin studieren will und von einem Leben wie in Amerika träumt; der 85jährige Franzose, der als Bergführer über lange Jahre die Gletscher hat schwinden sehen.

Szenarien beruhen auf Berechnungen der Wissenschaft

London überschwemmt? Las Vegas in der Wüste versunken? Die  Szenarien, die gezeichnet werden, beruhen dabei auf wirkliche Prognosen des Weltklimarates. Es wird verdeutlicht, dass nur noch ein enges Zeitfenster bleibt, diese Szenarien noch abzuwenden. Innerhalb der nächsten fünf Jahre etwa müssten wir unsere CO2-Emissionen um 80 Prozent drosseln.

Wenn sie auch nicht alle Menschen wachrütteln konnte, so hat Regisseurin Franny Armstrong mit dem Film, der im Ursprung als reine Dokumentation geplant war, 2009 doch für Aufmerksamkeit gesorgt. Wer den Film damals verpasst hat, kann ihn sich hier anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=Y7aPQ7GwAmA

Weitere Informationen gibt es hier:

http://ageofstupid.tao.de

Bildnachweis: ©  Gerd Altmann/ Pixelio.de

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